“Geschenk” mit Pferdefuß

Vor zwei Wochen habe ich in diesem Blog ziemlich begeistert über meine Ersterfahrung mit dem Kochbox-Anbieter Hello Fresh geschrieben. Heute geht es in einer Art Fortsetzung um die herbe Enttäuschung. Und die zornige Kündigung, obwohl ich mit den Rezepten, der Lieferung und der Frische der Zutaten von diesem Anbieter zufrieden war und gern einmal monatlich weiterhin ein Dreitagespaket lecker verarbeitet hätte!!

Frisch geliefert und leicht gemacht. Das erzählt man auch Freunden.


Also hab ich diesen Kochboxanbieter- weil er sogar eine Gratisbox und Gutscheine für  neue Kunden  versprach – meinen Freundinnen empfohlen. Gottlob hat nur eine von ihnen sich für eine Gratisbox werben lassen. Sonst wäre ich jetzt nämlich ein ziemlich einsamer Mensch! Denn der Gratisboxempfänger muss sich- so weit so gut – erst einmal beim Anbieter anmelden, um sein “Geschenk” anzufordern. Er kann es sich dann online Menüs aussuchen und sie sich im Paket wahlweise diese, die nächste oder eine andere Woche liefern lassen. So weit, auch noch so gut. Aber dann, der heimliche Pferdefuß :

Nicht am Herd, sondern am PC und dem Lesen zwischen den Zeilen muss sich auskennen, wer die Gratisbox “geschenkt” bekommt.

Die Freundin bestellte also gratis!!! ihre erste Kochbox.  Donnerstag kommt sie wie avisiert an, wird staunend ausgepackt. Wir lesen vor dem Kochen alles über Lieferketten und Verpackungen, Ursprung der Waren und hilfreiche Tipps für weitere Bestellungen, Pausen oder Änderungen im beigefügten Kundenheftchen nach.

Böse Falle. Wieso kommt nächste Woche was, obwohl ich nichts bestellt habe?

Das Telefon klingelt. Ein Callcenter ist dran und teilt mit, dass meine Freundin für nächste Woche ja gar keine Auswahl getroffen hat. Und deshalb bekommt, was der Anbieter so denkt. “Waas?” Die Frau fällt aus allen Wolken. “Ich hab doch eben erst die allererste Kochbox bekommen und kann doch erst nach dem Probieren entscheiden, ob das für uns was ist!!” “Tja, sie hätten eben acht Tage vorher über den Kalender auf der Webseite pausieren oder kündigen müssen”, entgegnet kühl die Elvira vom Berliner Callcenter. “Die nächste Box müsste sie nun nehmen”. Meine Freundin und ich schwanken zwischen feurigem Zorn und tiefster Verzweiflung. Nehmen dann noch einmal Anlauf für ein Kundengespräch im Callcenter. Vergebens. Nur mittwochs bis 23.59 Uhr könnten für die Folgewoche Boxen geändert, gestoppt oder die ganze Sache gekündigt werden. Auch für alle, die erst Donnerstag die Ware erhalten. Egal, wie und was wir argumentieren, flehen oder schimpfen: die fremden gemieteten Leute des “Kundenservice” bleiben knallhart. Die Firma selbst bleibt hinter ihnen unerreichbar wie eine online-Versicherung.

Es geht auch mit Zutaten aus dem Markt.

Jedenfalls kochen meine Freunde und ich jetzt wieder ohne Karten und die Zutaten aus dem  Paket. Und wir warnen alle, sich blauäugig auf irgendwelche überall verteilten Gutschein- oder Gratisboxangebote anzumelden. Denn das kann teuer werden.  Ich finde es übrigens total bescheuert, dass ein börsennotiertes Unternehmen mit einem eigentlich tollem Angebot mit solchen Abofallen nicht nur Neukunden verprellt sondern auch sein Image schädigt. Denn ob Ferienwohnung,  Restaurant oder eben ne Kochbox: Keine noch so teure Marketingkampagne kann Empfehlungen oder eben  kontra-Empfehlungen toppen.

Wieder etwas gelernt

Allerdings habe ich zwei Dinge von meinem Hello Fresh-Abenteuer gelernt. Zum einen – von  Hello Fresh selbst – wie man mit ganz wenig Olivenöl und in nur einer Pfanne hinternanderweg dreierlei leckere Sachen braten und dünsten kann.  Und, dass ich mich vor den nächsten Bestell- oder Verschenkaktionen von Kochboxen lieber ganz dumm anstelle und dreimal nachfrage, als Freunden ein Geschenk mit Pferdefuß zu senden.    


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.