Schämen im Zeichen des Klimawandels

Au weiha!!! Jetzt spuckt mein geliebter kuschliger Kaminofen also mehr Feinstaub durch den neu gebauten Schornstein in die Luft als die ganzen “frisierten” Diesel aus ihrem Auspuff blubbern. Behaupten zumindest Wetterfrosch Jörg Kachelmann und Autoren der “Zeit” Aber liebe Holzofenbeheizer, wenn ihr euch jetzt wegen der Feinstaubpartikel schämt, die sind schon in Ötzis mumifizierten Lungen gefunden worden sind. Und der hatte keinen Kaminofen. Wisset also: ihr seid nicht allein.

Cocker Bruno genießt im Winter die Wärme unseres neuen Kaminofens, in dem Buchenscheite uns alle wärmen und plötzlichso schädlich brennen.

Und passt auf!!! Millionen deutscher Hunde- und Katzenhalter sollen künftig auch mit einem schlechten Klimagewissen leben. Versauen doch ausgerechnet ihre Lieblinge die Umwelt mit all dem, was sie futtern und dann wieder ausscheiden. Wir sollen also gefälligst nicht mit erhobenem Zeigefinger auf die Massentierhaltung und Methan auspupsende Kühe oder durch Gülle und Dünger nitritversifftes Grundwasser zeigen, Nein, wir und unsere Hobbyvierbeiner, wir sind auch schuld an der lausigen Klimabilanz. Und müssen uns schämen. Desleichen ihr – die Wellnessfans-, Vegetarier und Gesundheitsfanatiker. Denn auch für euren Veggiburger aus Soja, die gesunden Chiasamen oder Kokosöl, für Ginsengwurzel oder Bambusprodukte – oder was auch immer gerade Trend ist – wird irgendwo weit weg massig ursprüngliche Landschaft zu Plantagen gemacht und mit Herbiziden und & beregnet. Ja, selbst die Reste unserer ausgepinkelte Anrtibabypillen sowie die Weichplaste vieler Verpackungen machen Schnecken zu Zwittern. Unsere Urenkel wohl irgendwann auch.

Ja auch die netten Pferde gelten heutzutage als umweltschädlich. Ihre Schuld: sie verdichten mit jedem Schritt die Böden.

So lange wir aber jeder nur für uns und ganz privat das eigene klimatisch schlechte Gewissen auf dem Buckel tragen und deshalb lieber stumm für hungernde Eisbären in der Arktis spenden, als den eigenen Bundesämtern (und erst recht dieser komischen EU) Feuer unterm Arsch machen – so lange wird es nicht weniger Nitrat im Wasser, nicht weniger Schwefel im Wein und nicht weniger Chemie in der Landwirtschaft geben. Denn so lange wir uns für die Hinterlassenschaften unserer Diesel, für unsere Kaminöfen und die Pupse und die Kacke unserer Haustiere schämen.

So lange können Firmen und Politik so weitermachen

17 Antworten auf „Schämen im Zeichen des Klimawandels“

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