Kleine Störung

Tag fünf ohne Internet und Festnetz. Unsere Nerven liegen blank. So etwa wie Kabel ohne Isolierung. Ein falsches Wort und wir explodieren. Gottlob ist das bisher immer nur wechselweise geschehen. Unsere Handys liegen auf den Fensterbrettern, wo zumindest whatsapp-Nachrichten ohne Fotos und schwache Mobilsignale ankommen.

Foto Pixabay. Und danke euch dafür!!!

Heute soll endlich ein Techniker kommen. Zwischen 10 und 14 Uhr. Das hat mir die Telekom inzwischen schon dreimal via SMS mitgeteilt. Es ist schon 13 Uhr. Wir warten, und warten . . . Ab und an renne ich zum Router. Dessen DSL-Lämpchen blinkt aber immer noch. Bei der letzten Störung vor einem Jahr hatte die Farbe kurz vor Ankunft des Technikers zum freundlichen Dauergrün gewechselt. Vor lauter Freunde darüber, endlich wieder mit der Welt verbunden gewesen zu sein, bin ich danach dem Wunder der wundersamen Störungsbehebung nicht auf den Grund gegangen.

Diesmal jedoch prüft mich die Telekom. Gnadenlos. Lässt mich seit vier Tagen in ihrer Hotline „verhungern“. Damit nicht genug. Wenn nach brav gedrückten Tasten 1,2 oder 3 und einer halben Stunde erdudelter Warterei endlich ein richtiger Mensch am anderen Ende der Leitung seinen Namen sagt, erzählt der mir auch viel Scheiß. So hat man mir weis gemacht, dass eine Messung meines Anschlusses grad nicht möglich sei und ich in zwei Stunden und anderntags noch einmal anrufen soll. Andere „Hotliner“ haben geraten, einen neuen Router zu kaufen, nachdem das Aus- und wieder Einschalten des Teiles nix brachte. Seit Tag drei werde ich grimmig und gefährlich leise am Telefon.

Und siehe, dann spricht eine Hotline namens „Solution 30“ mit mir. Eine ausgesourcte Telekom-Tochter. Und dann steht es mir, dem inzwischen wutschnaubenden alten Drachen gegenüber – so ein kleines schmächtiges Kerlchen. Der Techniker. Sieht aus 14 ist aber – da mit dem Auto angekommen – ja schon mindestens 18. „Der hat wieder mal Welpenschutz bei dir“, befindet die Tochter. Ich widerspreche nicht. Über jeden „mittelalterlichen“ Techniker hätte ich eimerweise den angesammelten Frust von fünf Tagen ohne Internet ausgekippt. Aber so ein Kerlchen. Der kann doch nix dafür. Ach ja. Und die fünf Tage ohne Telefon und Internet – die lagen an übrigens an meinem defekten DSL-Splittter.

Was danach passiert ist

Ursache der Störung war übrigens der DSL-Splitter neben der Hausanschlussdose. Hatte übrigens einer der vielen “Hotliner” schon vermutet und mir geraten, den Stecker raus zu ziehen. Ging aber nicht, ich hielt dann bloss das linke Plasteteil in der Hand und bin danach vor körperlicher Gewalt zurück geschreckt.

Und dann hab ich mich – verärgert wechselwütig – mal bei den Servicenummern des regionalen Stromanbieters erkundigt, wie viel von ihrem superschnellen Glasfaser-Internet denn bei mir am alten Kupferkabelhausanschluss ankäme. Meine Tochter hat mit gehört, und dann ihrem Internetkumpel alle Auskünfte wie die von Verstärkern zwischendurch usw. gepetzt. Woraufhin der Kumpel “Bullshit” und so ähnlich kommentierte und mir über drei Ecken glaubhaft übermittelt wurde, dass in einem 30 Jahre altes Kupferkabel keine hyperschnellen Daten landen.

Ich bleib also vorerst bei der Telekom.

2 Antworten auf „Kleine Störung“

  1. Oh, je! Das ist ein Ärger, wenn Internet und alles nicht so tut, wie es soll!
    Daheim hatte ich bis jetzt keine Problem, aber bei der Arbeit gab’s schon Stress mit Telefon und Internet!

    1. Danke für dein Feedback Calendula. Wenn der Stress vorbei ist, scheint die Sonne auch wieder. Aber fünf Tage ohne, das ist schon hart.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.