Nächstes Jahr – selbe Zeit?

Zwei Tage lang hat mich die Tochter nach der Rückkehr von vier tollen Hundetagen mit Murmeltiersalbe eingeschmiert und das Moorkissen auf den Nacken gepackt. Ehe das Genick und Rücken die Nächte auf dem Billigsofa im Bungalow vergessen haben. Zwei Tage lang lagen nach unserer Rückkehr vom Hundekurztripp an den Stausee und nach den Aussagen ihrer Frauchen nicht nur meine, sondern auch ihre mitgereisten quasi im Koma.

Alle Hunde total platt. Hier nur eine Auswahl und dieser Schlummer noch im Feriendorf. Weil wir Menschen aber keine Hunde sind, haben wir uns bis zur Heimkehr natürlich zusammen gerissen, ehe wir daheim halbtot umgefallen sind.

Was nämlich bei so tollen Tagen nicht zu unterschätzen ist: Menschen wie Tiere erleben bei ihrem Miteinander Stress. Die Hunde müssen – in fremder Umgebung – andauernd aufpassen, z.B. ob jede Menge auswärtiger Vorbeiläufer im Feriendorf es auf ihre Futtertüten abgesehen haben oder ihr Frauchen klauen wollen. Wir Menschen wiederum fragen vorsichtig: kann ich zuerst aufs Klo oder musst du dringender? Das nur mal als Beispiel. Außerdem will keiner mit keinem Streit. Die Hunde nicht und wir Menschen erst recht nicht. Auch dieses Bemühen um anständiges Benehmen und Harmonie kann in der Fremde zu bissl Stress ausarten. Fällt euch was auf? So etwa läuft es nämlich auch, wenn Familien miteinander in Urlaub fahren.

Birgit gab drei Abende lang für uns den ruhigen Grillmeister. Wenn sie das zwischendurch genervt haben sollte, dann hat sie es zumindest nicht laut beklagt.

Ja und natürlich hat jeder von uns die besten Hunde. Zumindest wurden diese und deren “Besonderheiten” bei den abendlichen Diskussionen vehement erklärt und verteidigt. Nach zwei Glas Wein haben wir lautstark sogar manchen Wissenschaftler zu unseren Gunsten für das Verhalten unserer Hunde ins Feld geführt. Konnten das aber vor Ort leider nie beweisen, weil es dort einfach kein Netz und null Internet gab.

Bringst du das hierher? Naja, wenn du das Stöckchen nicht bringst, dann schmeißen wir eben ein neues.

Ja, und wie fühlt man sich nach so einem Frauen- und Hundeurlaub? Mal ehrlich: übermorgen möchte ich mit neinen Hundefreundinnen nicht schon wieder so eng miteinander so viel Zeit und vor allem diese Tag und Nacht verbringen. Ist halt anstrengend. Weil wir ja alle schon 55-69 plus sind. Aber dieses Gefühl ist nicht von Dauer. Spätestens im Herbst frage ich die Hundefreundinnen: wollen wir mal wieder?

Denn schön und spannend ist das auch.

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