Grün und bunt – das tut der Seele gut

Im Juni kippt die Natur ihr Füllhorn aus

Es duftet wie in einer Parfümerie. Dabei gehe ich mit den Hunden morgens nur an einem Pfad neben einer großstädtischen Gartensparte entlang. Dort blüht unter anderem der sonst kurz zur Hecke gestutzter Liguster. Ein Stück weiter prächtige Brombeerbüsche, rosa Hagebutten und der erste Sommerflieder. Außerdem am Wegesrand diverse Nesseln und vieles andere.

Blühende Brombeerbüsche am Wegesrand. Sie duften fein, sind aber nichts für Menschen, sondern ein Rückzugsort und sichere Wohnung für allerlei Getier.

Wir Menschen lieben Grün. Wir lieben die Düfte wilder Blumen und Sträucher. All das tut unseren gestressten Seelen gut. Auch Bienen, Hornissen und Ameisen mögen wir. Sofern sie uns nicht innerhalb unseres Eigentums auf die Pelle rücken. Nein. die Natur um uns darf nicht alles. Schließlich sind wir die Krone der Schöpfung. Und während wir Menschen uns heftig und global dafür oder dagegen einsetzen, dass Leute, die sterben wollen das auch dürfen oder Mörder nicht hingerichtet werden sollen, vernichten wir fröhlich mit Kettensäge und nach Familienbeshluss den Kirschbaum auf der eigenen Wiese. Ich habe seinerzeit sogar mal Kupfernägel in einen Pflaumenbaum gehämmert, der uns neben Fallobst nur immer massig Wespen bescherte.

Dieser Kirschbaum, er wird nächstes Jahr nicht mehr über der Sommerpartytafel Schatten spenden.

Die jungen Leute, die derzeit fürs Klima freitags ihre Schule schwänzen und Plakate durch die Straßen schwenken hab ich bisher so bissl von oben herab abgetan. Eben omamäßig. Klimaschutz? Hah! Was würden die wohl ohne ihre Handys oder die Pizzas machen? Aber in der sächsischen Landeshauptstadt sah ich bei den Hunderunden neulich schlicht mit Fischen bedruckte A-4-Zettel. Aufgehängt an Gartenzäunen. Offenbar von jüngeren Kindern. Der gedruckte Text lautete: “Bitte Leute, nehmt doch weniger Plastik, damit die Tiere in den Meeren leben können” stand darauf. Diese Kinder, sie werden vielleicht mal verhindern, dass Brombeerhecken zu Bauland werden oder ihre eigenen Opas den Kirschbaum fällen.

Rechts der Nöthnitzbach, links ein Mischwaldhang. Natur ist toll – so lange wir sie nur ablaufen können und nicht vor der Haustür schützen müssen.

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