Pendeln mit Hund

Oder wie wir von Wechseln zwischen Stadt und Dorf profitieren

Einmal monatlich packe ich Hunde, Koffer und Laptop ins Auto und düse für ein paar Tage in die sächsische Landeshauptstadt. Ich liebe Dresden. Und natürlich meine Freundin Heidi. Die zwei sonst dörflich lebenden Jagdhunde jodeln freudig wie ein Volksmusikduo, sobald ich den alten Kleinwagen an den Bordstein lenke. Denn diese Stadtbesuche sind für sie immer tolle Verwöhntage mit Abenteuerereinlagen.

Immer wieder schön: eine Exkursion in den Großen Garten Dresden. Hier bei den Blumenrabatten vor dem Großen Palais.
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Unser Garten wird jetzt wild

Oder – vom privaten Einrichten auf den Klimawandel

Wir wohnen ländlich. Man muss da nicht jeden ins Haus reinlassen. Aber Geranien im Blumenkasten, geharkter Kies vor dem Haus und die unkrautfreien Schnittgerinne rund ums Häusle, die sind Pflicht. Sind sie doch als Außenansicht quas unser Aushängeschild. So etwa wie das eigene Profil im Internet. “Was sollen denn die Leute von uns denken!?”, lautet also immer mein Aufschrei, wenn der Löwenzahn aus jeder Ritze des Pflasters sprießt.

Foto: Pixabay

Aber da zuckt meine Mitbewohnerin nur die Schultern. Ihr ist es schnurz, was die Leute denken. Nicht jedoch, wo Igel, Würmer, Bienen, Hummeln und so weiter in Zeiten des Klimawandels Nahrung und Wasser finden. Kopfüber mit Stroh ausgestopfte und aufgespießte Blumentöpfe werden zu Insekten-Sozialwohnungen. Riesige Disteln wachsen zwischen Löwenmaul und Mangold. Und wehe, ich will mal Melde; Nesseln oder andere Unkräuter rupfen. Die sind alle heilsam oder nutzvoll. Sofort bekomme ich entsprechende Erklärungen oder Links. Allerdings auch Kräuterbutter oder Salben und Tee mit den Ingredienzien aus dem Minigarten.

Besser kann man es kaum sagen.

Wir haben uns inzwischen geeinigt: Ich hege Oleander, Oliven und den von der großen Tochter geschenkten Lavendel in Kübeln vor dem Haus. Die Mitbewohnerin rasentrimmt ihrerseits sorgsam um Bienenweidenblümeln und blühende Kräuter auf dem Hang herum. Beide bemühen wir uns dabei um viele kleine Mitbewohner.

Und wir haben dennoch Angst, dass es zu spät ist!

Wir brauchen keine Hundekekse

Unser Fleischer Martin ist der Förderer gesunder Ernährung

Unsere bunte Truppe beim Fressen. In den Näpfen finden sich ganz verschiedene Sachen und ab und an auch mal Gemüse, Haferbrei oder ne übrig gebliebene Kartoffel.

Treffen sich Hundehalter. Irgendwo. Irgendwann. Und einer beklagt sich, dass der Liebling auf dem Sofa stinkend herum pupst wie eine leck geschlagene Biogasanlage. Obwohl man doch richtig gutes und sauteures Dosenfutter gibt. Prompt sind wir alle beim großen Futterthema. Da prallen dann Welten und Überzeugungen hart und zum Teil unvereinbar aufeinander.

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Klimakampf am Dresdener Stadtrand (Teil 2)

Juli 2019 wie geht es weiter in der grünen Wüstenei in Mockritz?

Fest steht: diese Umwelt-Geschchte aus dem Dresdener Stadtteil Mockritz wird eine Fortsetzungsserie. Denn jedes Mal, wenn ich dort bei Freunden zu Besuch bin, gibt es etwas Neues auf unserer Gassipiste zu sehen. Schon im Vorjahr zogen die Pächter aus ihren Kleingärten. Im März kreischten dann die Sägen und gefallene Bäume wurden gleich serienweise vor Ort zu Spänen geschreddert. Eine Bürgerinitiative gründete sich. Die kämpft bis heute gegen die Pläne des neuen Eigentümers. Wer es genauer wissen möchte, hier ist Teil eins der Geschichte:

An Pfählen der früheren Zäune, die im Zuge der Baumfällung entfernt worden waren prangen jetzt Verbotsschilder des neuen Eigentümers.

Dem bekannten Bauunternehmer weht mächtiger Gegenwind durch seine Pläne. Er muss jetzt auflisten, wie viele geschützte Bäume er in der Großaktion in Gärten und auf Steuobstwiese fällen ließ – und im Herbst neue Bäume pflanzen. Außerdem lässt die Bürgerinitiative die Anwohner wissen, dass es keine Änderung des Bebauungsplanes für dieses Areal gibt. Das – so ein neuer Stadtratsbeschluss – soll weiter grüne Fläche bleiben.

Aber wie lange werden die Anwohner als brave und ordentliche Bürger diese immer wilder wuchernde Wüste vor ihrem Antlitz und zwischen ihren hübschen Häusern und Gärten wohl noch ertragen können? Wo mannshohe Disteln gerade ihre Samen weit fliegen lassen. Brombeerhecken die einstige Streuobstwiese erobern und bestimmt irgendwann ein leichtsinniges Kind oder Tier in Drahthollen hängen bleibt oder in eine Grube stürzt?

Ich fahre bald wieder nach Dresden und bin gespannt, wie dieser Mockritzer Umweltkrimi weiter geht. Das lasse ich euch dann natürlich wissen.

Wenn der Hund wieder mal ächzt

Die nächtlichen Sorgen einer Cockeromi

Jeden Abend marschiere ich im im kleinen Häuschen die alte von Holzwürmern angenagte Treppe hoch. Mit mir die beiden Cocker Spaniels. Die in dem winzigen Zimmer wahlweise in ihren Körbchen oder auf Hundesessel oder -matratze übernachten. Irgendwann knipse ich das Licht aus. Gute Nacht!

Bruno im Schlafkorb. Er hat noch mehr Plätze.
Lady Darja im Schlafkorb, auch sie wechselt gern auf weitere Liegemöglichkeiten.
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