Wenn der Hund wieder mal ächzt

Die nächtlichen Sorgen einer Cockeromi

Jeden Abend marschiere ich im im kleinen Häuschen die alte von Holzwürmern angenagte Treppe hoch. Mit mir die beiden Cocker Spaniels. Die in dem winzigen Zimmer wahlweise in ihren Körbchen oder auf Hundesessel oder -matratze übernachten. Irgendwann knipse ich das Licht aus. Gute Nacht!

Bruno im Schlafkorb. Er hat noch mehr Plätze.
Lady Darja im Schlafkorb, auch sie wechselt gern auf weitere Liegemöglichkeiten.

Ich lege das Buch zur Seite. Schlafenszeit. Wir sind auf dem Dorf. Da herrscht trotz des offenen Fensters absolute Ruhe, nachdem in der Nachbarschaft die letzten Grillöfen aus und die Rasenmäher endgültig verstummt sind. Vor dem Fenster hängen Minz- und Lavendelbündel. Also stört uns nicht mal das hungrige Sirren frecher Mücken beim Nachtschlaf.

Aber dann! Plötzlich ächzt ein Hund. Steht auf, legt sich nach 33 Umdrehungen wieder nieder, wechselt den Schlafplatz. Stöhnt und schüttelt die Schlappohren oder schlappert ewig am Wassernapf. Wer ist das? Ist es jetzt etwa so weit, dass der herzklappengeschädigte Brummelbruno durch Atemnot und Durst anzeigt, dass es schlimmer wird? Oder hat Lady Darja mal wieder was im Schlappohr oder zwischen den Krallen haken? Ich liege stocksteif und mucksmäuschenstill. Lausche aber auf jede Bewegung. Würde ich jetzt das Licht anknipsen und mich besorgt (ohne Not!!) über einen oder beide Cocker beugen, würden die zwei Schlaumeier das sofort in ihr “Frauchen Konditionierungsprogramm” integrieren.

Trotzdem ist an Schlaf die nächsten Stunden nicht mehr zu denken. Die Sorgen dominieren. In meinem Kopfkino laufen alle schon mal gelesenen, schon mal gehörten oder schon mal gesehenen gesundheitlichen Katastrophen ab. Diese Filmchen lassen sich auch nicht abschalten. Am nächsten Morgen erscheine ich also müde und mit kratertiefen Augenringen mufflig am Frühstückstisch. Während die zwei Cocker fröhlich schwanzwedelnd den Tag beginnen.

Also wenn es Therapeuten für sorgenvolle Hundehalter gibt?

2 Antworten auf „Wenn der Hund wieder mal ächzt“

  1. Oh je! Aber so ist das nun mal. Da hat man die Verantwortung für so ein Wesen, dann macht man sich natürlich auch Sorgen! Wer weiß, vielleicht hat den Armen nur ein schlechter Traum gequält!

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