Mein Cocker Bruno und seine Waldläufe

Der Weg bis zum Freigang für den Jagdspaniel dauerte vier lange Jahre

Ich liebe den Wald. Zu allen Jahreszeiten. Meine beiden Cocker finden es dort ebenfalls ganz toll. Zu Zeiten, als es nur eine Cockerin gab, sind wir (die Leine im Pilzkorb) stundenlang auf Pirsch gegangen. Das änderte sich schlagartig, als vor vier Jahren der brummelnde Bruno zu uns kam. Den “gebrauchten” Hund hatte ich mir ausgesucht. So nach dem Motto, einen zweiten Hund zu erziehen, das kann ja wohl nicht so schwer sein. Denkste!!!

Das gemischte Doppel. Als solches in Feld und Wald bis heute eine große Herausforderung.

Unser Problem war ja nicht Sitz, Platz und Fuß, sondern Brunos Jagdleidenschaft. Wäre ich nicht schon ziemlich alt gewesen, wahrscheinlich hätte ich sogar ne Jägerprüfung avisiert, nur um den beiden Jagdhelfern den Job zu verschaffen, für den sie einst gezüchtet worden sind. Bevor man Cocker zu Kuschelhunden machte. Aber so schaute ich nur ziemlich alt aussehend in die Landschaft, wenn mich das Duo mal wieder in selbiger stehen gelassen hatte.

Natürlich haben die zwei Halbhohen bei ihren Jagdausflügen noch nie nix gekillt. Und waren (nach gefühlten drei Stunden) auch schnell wieder da. Doch schon ein bissl Hatz und etwas Stöberei macht Hunde völlig high. Sehr an Darja merkbar. Die vorher immer so Brave, sie fungierte als Supernase im Doppel nun so als Stichwortgeber. In Bruchteilen von Sekunden. “Hah, ich hab da ne heiße Spur. Wer kommt mit, ehe es die Alte merkt?” Und schon waren die Cocker nach drei, vier oder fünf Wochen im 15-Meter-Radius mal wieder weg über den Acker. Und nein ihr Jäger und Tierschützer!!! Ich hab das nicht einfach so hingenommen. Ein Hund, der abgeht und nicht abrufbar ist, der darf nach meiner Meinung eben nicht von der Leine. Ich bin aber auch nicht in eine umzäunte Hundeschule gegangen. Und ebensowenig wochenlang am hinteren Ende einer Schleppleine lang gehastet. Aber habe immer wieder an Abrufbarkeit und Gehorsam in allen Lebenslagen und auch bei “Beute in Sicht” gearbeitet. Die armen Neiße-Enten könnten darüber viele Geschichten erzählen.

Hier seht ihr ihn, mit hängender Zunge. Brummelbruno nach einer leinenlosen Stunde heute im Wald . Immer in unserer Nähe beim Pilzesuchen. Ich hätte nicht gedacht, einen solchen Tag noch mal zu erleben.

Und irgendwann gab es – obwohl immer mit zwei Hunden unterwegs und nur selten mal beide gleichzeitig leinenlos – weniger Rückschläge und mehr Grund zum Loben. Der Wald jedoch, der ließ Bruno immer wieder voll aufdrehen. Und so schraubte ich irgendwann meine Zielvorstellungen zurück. Wenigstens mal punktueller Freilauf und dabei knallhart auf dem Weg bleiben. Dass es doch noch anders kommt? Wer hätte das gedacht

Mein tolles Jagdcockerchen!!! Das ist eine Leistung. Und mal ehrlich: mit freilaufenden gehorsamen Hunden im Wald unterwegs sein zu dürfen, das ist Genuss, das ist Lebensfreude. Wenn auch dort immer nur einer meiner kleinen Jäger wechselweise frei laufen darf.

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