Die Hunde der anderen

Oder – warum ich die gar nicht besser erziehen will

Also wenn ich die Nora wäre! Dann würde ich meinem Hund endlich mal vernünftiges Laufen an der Leine ohne wildes Zerren beibringen. Wie das aussieht, wenn so ein Hund sein Frauchen hinter sich her schleift und dann noch bestimmt, was an “Beute” seine ist! Das ist immer eine prima Steilvorlage für alle Hundekritiker. Und alle Hundeleute wissen schon nach einem kurzem Blick: Hier ist der Hund Chef..

Zwei Cocker und zwei Terrier. Auch da geht draußen bei gemeinsamen Gassirunden nicht alles nach Wunsch. Aber man kann daran arbeiten.

Oder nehmen wir Marie (*Name hier natürlich geändert). Die sich mehrere Hunde hält, deren “Ausgang” jedoch zu 99% im wilden Herumrennen ums Haus besteht. Was wiederum Nora zu der Frage veranlasst, warum dann überhaupt Hunde halten. Nix dreimal täglich Gassirunden. Dafür wilde Keiferei des Trios, sobald vor dem Haus auch nur ein Schmetterling seine Flügel bewegt.

Noch krasser ist die neue Frau oben in der Siedlung. Die läuft mehr oder minder wie ein Schluck Wasser gleich hinter zwei mittelgroßen Wuffs her. Und hat damit bereits die gesamte Nachbarschaft wegen Bellerei, Scheißerei oder Attacken gegen andere Hunde gegen sich aufgebracht. Irgendwo draußen wird das weder abrufbare noch gehorsame Duo dann auch noch frei gelassen. Wehe, uns anderen – wenn uns solche frei laufenden Hunde draußen begegnen!!! Dann muss man wirklich Angst haben oder denen blitzschnell ganz harsch und sehr barsch was entgegensetzen.

Ein “Listenhund”, dem wir zuweilen begegnen.. Ein freundlicher Rüde. Er ist höflich zu Mädchen, beschränkt das Macho-Gehabe gegenüber Rüden auf daas Wettpissen und hört meistens auf sein Frauchen. Nein – es sind mehrheitlich nicht diese Hunde, vor denen alle anderen Angst haben müssen.

Aber jeder bringt seinem Hund bei, was ihm selbst wichtig ist.

Und dafür sind weder Hund noch Halter je zu alt. Ich komm noch mal kurz auf Marie zurück. Deren Bande nur noch am Tor keift, wenn sie nicht in der Nähe ist. Die das freudige Erwartungsjodeln beim Anleinen inzwischen ohne Ärger und Geschrei unterbunden hat.

Hier bleiben Cocker! Freilauf mit solchen Hobbyjägern will erarbeitet werden.

Ja so ist es. Erst wenn Frauchen und Herrchen von sich aus ein Problem (bzw. Ursache und Wirkung) erkennen und sich dann eben die Mühe machen, es zu beheben – dann lässt es sich dieses mindern oder beheben. Und deshalb erziehe ich weder gefragt noch ungefragt die Hunde anderer Leute. Gehen mir Fehlinterpretationen der Besitzer oder die 1001. Geschichte von schlechter oder unbekannter Kindheit bzw. das schlechte Benehmen eines Hundes auf den Senkel, bleiben wir einfach fern. Das ist zwar feige, aber vernünftig.

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