Die Maus im Haus

Oder wie wir den ungebetenen Untermieter wieder los wurden

Es knusperte und knisperte in unserem 300-jährigen Häuschen. Erst behauptete das nur die Tochter. Erkundete von ihrem Zimmer aus Boden und Stube. Doch die ausschließlich nächtlichen Geräusche konzentrierten sich auf ihr Zimmer. Dann aber brachte eine Tafel Schokolade mit eindeutigen Spuren die Erkenntnis: Hier war eine Maus am Werk.

Foto: Pixabay

Eine Maus! Wie ist die wohl hinein gekommen? Wir favorisieren zwei Theorien. Zum einen könnte das Tierchen die von Fenster unten zu Fenster oben zeitweise außen angebrachte Behelfsverbindung zwischen Spielecomputer und Router als Kletterhilfe genutzt haben. Genauso leicht aber an einem der vielen “Tage der offenen Haustür” an immerhin drei Hunden vorbei hinein gehuscht sein. Ach ja – und wir haben auch noch die “100”-jährige Miezekatze. Aber die hört nichts mehr und sieht kaum noch was.

Jedenfalls richtete sich ungeachtet dreier Haushunde und einer alten Katze das Mäuschen bei uns häuslich ein. Es knusperte sich Löcher in die Scheuerleisten, raspelte Tapete von der Wand und baute sich Gänge in der Zwischendecke. Wir litten nächtelang an Schlafstörungen, wenn es wieder knusperte und knisperte. Empörend, dass die sonst begeistert Mäuse jagenden Hunde genau diese Gelegenheit zur gemeinsamen Mäusejagd jede Nacht schnarchend verpennten.

Das ist der ungeliebte Untermieter vor seiner heutigen Freilassung. Foto: Uhlig

Aber die inzwischen wohl an Schokolade im Computerzimmer gewöhnte kleine Maus ging ganz fix in die von Monja geborgte Lebendfalle. Und sie wurde nicht etwa nach draußen in die Kälte abgekippt. Nein , die Tochter suchte sorgsam eine Scheune als Ort für die Freilassung. “Weil doch hier überall Katzen sind”.

Es ist schon ein seltsames Ding mit der Tierliebe. Wir haben jahrzehntelang erlebt und akzeptiert, wie unsere eigenen Katzen Mäuse fangen, die zu Tode spielen und zumindest teilweise fressen. Und nun? Tragen wir sogar ein Mäuschen ums Eck nach draußen.

PS: Das Abenteuer ging weiter. Es war noch eine zweite Maus im PC-Spielezimmer. Und die mochte keine Schokolade!

Statt dessen sorgte dieses Tierchen für weitere schlaflose Nächte. Und einen herzgefährlichen Schreck durch markerschütterndes Quiecken, als wir ihr beim Schränkerücken den Schwanz quetschten. Dieses Nagerchen – das war echt hart im Nehmen. Nachdem es endlich doch noch in die Lebendfalle tappte und draußen in die Novemberkälte abgekippt wurde, kam es noch einmal -irgendwie – zurück.

Aber – inzwischen ist die Maus wieder draußen.

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