Hühnersuppe für alle

Gekocht wird neuerdings auch für drei Hunde und eine Miez

Unvereinbar prallen Ansichten – ja Welten – aufeinander, sobald es um das Futter für unsere vierbeinigen Lieblinge geht. Und da ist für die meisten Besitzer nur das Beste gut genug. Für mich auch. Früher schleppte ich säckeweise teures Wunder-Spezialfutter fürs Pferd heran. Kaufte später für unsere hundertjährige Miez die teuersten und speziefischsten Oldifutterchen. Und sobald einer der drei Familienhunden sich juckte, zu stinkend pupste oder anderweitig Unwohlsein auch nur ahnen ließ, geriet das Futter unter Generalverdacht. Zu viel Getreide? Zu viel Zucker (läuft im Hundefutter unter Melasse)? Ein Zuviel an Vitaminen oder Zusatzstoffen?

Die bunte Truppe lässt es sich schmecken, da bleibt kein Krümchen übrig.

Nach vielen Experimenten und zeitweiligem Glauben an ziemlich verschiedene Futterthesen und Futtermittel kam die Erkenntnis: Selber kochen für Hund Katz ist genau so sinnvoll wie täglich frisch zubereitetes Essen für uns Zweibeiner. Diese Erkenntnis dämmerte freilich erst im Rentenalter. Vorher wäre gar keine Zeit dazu gewesen. Inzwischen weiß ich es besser. Denn es ist gar kein sooo großer Aufwand, für Hund und Katz zu kochen. Die Vierbeiner brauchen keinen butterweichen oder optisch tollen Braten. Ein Beispiel: Wenn man für uns alle vier Hühnerbeine oder eine kleine Handvoll durchgewolftes Fleisch in reichlich Wasser ohne Salz kocht. Dazu Möhren und diverse Gartenkräuter. Dann hat man nach kaum einem halben Stündchen eine prima Suppengrundlage für die Zweibeiner.

Und der Rest – mit immer noch viel Flüssigkeit – der eignet sich prima für die Aufwertung oder Ergänzung von Trockenfutter. So lässt sich ne Möhren-Fleischbrühe heiß prima über Leinsamen (bei Darmproblemen) diverse Kräuter (bei diversen anderen Problemen) und über Haferflocken (bei allen Problemen) gießen. Auch noch aufgewärmt am nächsten Tag. Die warme Brühe mit Fleisch schlabbert selbst unsere “100-jährige” Katze.

Heute mal Fleischsuppe mit oben drauf geraspelten rohen Möhrchen, Heidelbeeren und Haferflocken. Der Zeit und Kostenaufwand ist gering.

Mal ehrlich: Wer von uns Laien vermag denn die Zutatenlisten tierischer Futtermittel schon zu übersetzen? Wenn da steht 70 % Huhn: was für eine Art Hühnerfleisch ist gemeint? Geflügelmehl? Getrocknete Schlachtabfälle? Da neuerdings sogar Hundefutter wegen Salmonellen u.a. zurück gerufen werden, ist mein Vertrauen in Fertignahrungen für Mensch und Tier dauerhaft dahin.

Damals wars

Damals haben Hunde und Kinder oft das Gleiche serviert bekommen. Nur eben ich oben am Tisch und er da unten. Das was Anfang der 50-er. Meist Kartoffelbrei und Haferbreiflocken. Hin und wieder stellte sich Muttern für Freibankfleisch oder beim Rossschlächter an. Dann gab es für den Hund die gekochten Knochen und für uns das Fleisch.

Mein Kindheitskumpel Zigan. Fertigfutter gab es seinerzeit
weder für Hunde noch für kleine Kinder.

Heute können wir alles kaufen, wissen aber dennoch nicht, was wirklich drin steckt in unserem “Futter”. Deshalb finde ich Kochen für Hund und Katz toll.

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