Die neue Postfrau – sie mag Weihnachten nicht

Ich hingegen schätze bestellte und frei Haus gelieferte Postsendungen sogar ganzjährig

Die neue Postfrau. Sie fährt zwar ziemlich rasant in unser Gässchen, aber kennt sich im Dorf nicht aus. Daher schimpft sie: über Weihnachten und die Schlepperei. Mehr aber noch über ihre Oberen, die sie kurzzeitig hier in die Fremde als Vertretung geschickt haben. Und, darüber, dass einige Nachbarn ihr nicht mal einen beschrifteten Briefkasten bieten, in den sie fix hastige Benachrichtigungen für grad nicht zustellbare Sendungen einwerfen könnte. Und so klingelt sie – wie auch andere diverse Lieferer von Hermes, DPD, UPS und anderen – dann eben bei mir.

Mein lauschiges Dittelsdorf. Zwischen den Häuschen sind die Gassen aber manchmal zu schmal für Paketlieferanten ohne jede Ortskenntnis.

Denn ich bin Rentner und oft daheim. Stehe (meistens) freundlich als Auskunftsgeber und ehrenamtlicher Paketannehmer zur Verfügung. Kann aber auch entscheiden, wessen große und kleine Sendungen auf meiner Bank im Flur bis abends zwischengebunkert werden dürfen. Wir wohnen hier auf dem Dorf. Da hilft man sich – sofern nicht völlig verkracht – noch gegenseitig. Derzeit brettern neben der fremdelnden Postfrau noch so manch andere unbedarfte Neuzusteller oder Weihnachts-Ersatzkräfte mit ihrem “Sprinter” an meinem Stubenfenster vorbei. Um wenig später frustiert und seeehr viel langsamer das ganze kurvenreiche Gässchen wieder rückwärts zu rangieren. Tja, unbefestigte, unbeleuchtete und unbeschriftete Gassen wie unsere, die sind auch Lernhilfen für Zusteller, Handwerker, Pflegedienste. Sackgassenschilder sind manchmal ernst zu nehmen.

Post für einen der Nachbarn. Diesmal vom teuren Staatsbetrieb. Der erhöht zwar immer wieder seine Paketpreise, setzt aber ländlich auch voll auf kostenfreie Helfer wie hilfsbereite Nachbarn.

Aber zurück zu den bedauernswerten Paketzustellern. Kam ich mir vor einigen Jahren noch total schäbig und ausbeuterisch vor, wenn kleine Frauen meine 15 Kilo Hundetrockenfutter, 12 Flaschen Lieblingswein oder gar ne 30-Kilo schwere Gartenbank aus ihrem Auto bis zu meiner Haustür buckeln mussten, sehe ich das jetzt relaxter und komplexer. Immerhin bekommt – wer heute noch bei der richtigen deutschen gelben Post angestellt ist – bei “Rücken” oder “Knie” nicht die Kündigung, sondern später sogar noch ne richtig gute Pension und ganz viele Zusatzleistungen.

Ich als Oberlausitzer Oma bekomme aber in Zittau, Bautzen und Görlitz viele Sachen in den Läden entweder gar nicht, oder nur schweineteuer. Oder die müssten erst bestellt und in einer Woche oder so abgeholt werden. Bestellen kann ich aber fast alles inzwischen bequem vom Sofa aus bei ebay, Amazon oder anderen via zwei Klicks erreichbaren Lieferern. Nehmen wir nur mal die Scheibe der quer durch gerissene Scheibe des Kaminofens. Einst in Zittau gekauft. Ersatzteile? “Nee, da müssen sie sich schon an den Hersteller wenden!” Ja mach ich, aber das läuft dann eben auch über Amazon, ebay und diverse andere Anbieter. Und es geht vom Stubentisch aus. Mit Preisvergleich, Rücksendegarantie und Käuferschutz.

Einkaufen und Pakete oder Ersatzteile erhalten – das ist auch in unserer hintersten östlichsten sächsischen Provinz inzwischen ganz anders geworden. Zwar müssen viele Lieferer (darunter die noch gut bezahlten Postfrauen) unsere schwere Weihnachts- und Futterpakete nicht nur schleppen, sondern vorher durch kleine Gassen und trotz unbeschrifteter Briefkästen zu Adressaten kutschieren. Aber ohne uns als Empfänger oder Auftraggeber, da würde euer Staatsbetrieb schon lange alt aussehen.

9 Antworten auf „Die neue Postfrau – sie mag Weihnachten nicht“

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