Auf der Jagd

. . . oder Omas Kompromisse mit ihren beiden Stöberhunden

Und wieder ist es passiert. Nur ein halbes Minütchen hab ich neulich der netten Besitzerin eines netten Stafford-Terriers meine ungeteilte Aufmerksamkeit gewidmet, als wir uns auf der Morgenrunde zwischen Teich und Wald trafen. Die drei Hunde tollten fröhlich miteinander auf der Wiese. Wir Besitzer schwätzten. Dann bekamen meine Cocker aber was in die Nase. Und weg waren sie – ehe man noch die Hand heben oder Stopp brüllen konnte Man hörte sie dann im Busch. Ich bin ja kein Jäger, kann aber mittlerweile ganz gut zwischen Spur- und Standlauten unterscheiden.

Mein Duo Infernale. Zwei tolle und zu 98,8% gehorsame Hunde. Nur wenn sie schon so gucken, geht besser einer an die Leine, um plötzlichen Hörstürzen und unerlaubten Jagdausflügen vorzubeugen.

Beide dieser Jagdlaute bekam ich an diesem Tag zu hören. Mal links, mal rechts, mal schon seeeehr bedenklich in Straßennähe. Eine Viertelstunde? Nee Leute! Zeit bekommt eine völlig andere Bedeutung, wenn einem der Hund stiften gegangen ist. Da ziehen sich Minuten zu angstvoll gefühlten Stunden. Außerdem wusste noch die Besitzerin des nicht mit meinen “Jägern” abgepesten Listenhundes zu berichten, dass sie auf dem Hundesportplatz erst dieser Tage wieder die hiesigen Wölfe heulen gehört hätten. Na danke! Und schöne Scheiße! Meine armen kleinen Cockerchen, die stürzen jetzt also entweder Jägern als bös wildernde Hunde vor die Flinte, rennen dem Wolf vor den Fang, rasen in ein Auto oder – am wahrscheinlichsten – einer Wildschweinrotte vor deren Frischlinge.

Meine ewige Aufgabe, seit ich ein Jagdhunddoppel habe: Ihr bleibt da!!!

Ich liebe meine Cocker heiß und innig. Würde aber in solchen Situationen dem gemischten Doppel am liebsten den Hals umdrehen. Da übt man mit ihnen Abruf aus allen Situationen und bietet ihnen mit “verlorenen” Nachbarinnen oder Handschuhen und anderen Jagdersatzaufgaben Spaß unterwegs statt nur Baumpinkeln beim Gassigang. Lernt selber Spuren lesen, Windrichtungen und Anzeichen von Jagdlust einordnen. Und dann? Lassen mich die zwei schlappohrigen Schlitzohren eben doch mal wieder allein in der Pampa stehen.

Auf eingezäunten Plätzen – hier beim Urlaub mit Hundefreunden – ist Gehorsam keine Kunst. Erst draußen kommen die Momente der Wahrheit. Hört der Hund, oder hört er nicht.

Bitte schimpft mich jetzt nicht aus!!! Und sagt mir bitte nicht mit erhobenem Zeigefinger, dass man Jagdhunde als Nichtjäger draußen immer an die Leine zu nehmen hätte und niemals frei laufen lassen oder besser gar nicht halten darf. Oder das der Hund beim Kommando “Fuß” nur noch auf Kniehöhe und kilometerweit mit dauerhaft zum Menschen verdrehten Kopf neben einem herdackeln darfll! Das haben mir schon vor zehn Jahren Klugscheißer gesagt. Wer will, kann seinen Hund eng neben sich an so komischen Halsband-Geschirr-Kombinationen führen oder nur mit Maulkorb draußen. Immer in Furcht vor Ungehorsam und unbekannten Situationen. Aber was ist das denn für ein Hundeleben?

Nein, es kann auch künftig ungeachtet aller Übungen wieder vorkommen, dass mir die Cocker mal kurz davon gehen. Dann setzen wir eben neu an. Ja, auch einige Tage mit wechselndem Leinentraining oder einen kurz an der unsichtbaren Leine geführt. Aber lebenslang an der Leine?

4 Antworten auf „Auf der Jagd“

  1. Thanks for the sensible critique. Me and my neighbor were just preparing to do a little research about this. We got a grab a book from our area library but I think I learned more from this post. I am very glad to see such excellent information being shared freely out there.

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