Warnung – vor jedem Wetter!

. . . oder wie Oma und andere von Wetterfröschen veralbert werden

Tja, der bedrohliche Wintersturm “Sabine”. Der erwies sich doch nur als ein Sabinchen. Tagelang mit immer neuen Warnungen und schlimmsten Schlagzeilen angekündigt, versetzte er für den 9. und 10. Februar 2020 ganz Deutschland in den Ausnahmezustand. Fussballspiele und Flüge wurden abgesagt. Die Bahn warnte vor Ausfällen, Schulen wurden geschlossen und Autofahren sollten alle Ferienreisenden auch nicht. Und dieser Winterwind, der war nicht etwa vom 100 jährigen Kalender orakelt worden, sondern von zig hoch technisierten Wetterwissenschaftlern mit Sorgenfalten vor Fernsekameras und Streams angekündigt und erklärt.

Ein unschuldiger und wunderschöner Himmel. Doch immer häufiger wird jeder anrollende Wintersturm zur großen Panikmache genutzt.

Wir Teutonen – wir sind schon immer komische Typen gewesen. Aber seit alle Katastrophen – weil irgendeiner immer mit dem Handy draufzoomt – sofort online gestellt werden, machen wir uns Angst vor jedem Wetter. Wenn zum Beispiel die öffentlich bezahlten Staats- und Fernsehmeteorologen sowie alle Internet-Wetter-Portale sich einander überbietend erklären, warum es bald stürmt bzw. wir besser die Mülltonnen wegräumen und besser daheim bleiben sollten.

Eine etwas andere Streife der Bundespolizei. Hier wurde beim Neiße-Hochwasser 2010 die Bundesstraße 99 zwischen Zittau und Hirschfelde zur erweiterten Wasserstraße..

Warum dieses warnende Hochschaukeln bis zu Schulschließungen? Ich glaube ja, das Kachelmann-Trauma wirkt fort. Der Schweizer hatte 2002 als einziger Wetterfrosch das Elbe-Jahrhunderthochwasser anhand einer so komischen 5 B-Wetterlage vorhergesagt. Später soff unter anderem ganz Dresden ab und die Weißeritz floss durch den Haupbahnhof bis in den Zwinger. Und bis heute will sich keiner mehr mit falschen oder gar verspäteten Vorhersagen blamieren. Behörden wie Journalisten und Sender haben aber noch einen weiteren Grund, nicht in den Focus des als Talkmeister wirkenden und auch schon mal ätzend twitternden Meteorologen zu geraten. Der hat nämlich auch ein Trauma, seit ihn Behörden in den Knast gesteckt und die lüsterne Medienmeute ihn als Lustmolch vorverurteilt und durch die Öffentlichkeit gehetzt hat.

Also veralbern Medien, Internetportale und Wetterfrösche jetzt lieber uns Otto Normalverbraucher. Sie stilisieren jeden Nebel, jeden Wind, jede Schneeflocke und auch das kleinste Fröstlein inzwischen vorsichtshalber zur Gefahrenlage hoch. Ich hab erst am Montag wieder nach mehrtägiger medialer Panikmache vor Sabine eher eine Heimfahrt angetreten. Und werde künftig wahrscheinlich lieber in den hundertjährigen Kalender und auf den Himmel gucken als den Wetterberichten zu glauben.

Eh ihr Fachleute!!!! Ihr habt die zu teuren Menschen auf den Messtationen “eingespart” und könnt über zig Satelliten auf die Wolkenfabriken der ganzen Welt gucken. Aber das Wetter auch nur halbwegs sicher vorher, das könnt ihr immer noch nicht.

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