Wo ist sie nur – meine Brille?

. . . oder Omas Angst vor der Verblödung durch Alzheimer

Also Leute, ich fürchte, der unheimliche gehirnfressende Alzheimer, der wohnt schon klammheimlich bei mir. Aber egal, ob ich das Freunden oder Verwandten gegenüber gelegentlich schamvoll gestehe, weil ich meine Hundeleinen oder die Erinnerung an das Mittagessen vorhin suche: die winken alle immer heftig und freundlich ab. Schließlich verlege ja jeder mal was oder suche nach dem Namen einer Gaststätte oder eines Schauspielers. Nein – sie wollen es nicht wissen!

Die zwei Cockerchen, die dirigiere ich freilich noch mit Namen und Geschick. Und mit denen fühle ich mich jeden Tag noch richtig gut. .

Niemand möchte wirklich wahrhaben und damit umgehen, wenn Mama, Bruder o, a. geistig erst nicht mehr so ganz und später gar nicht mehr auf der Höhe zu sein scheinen. Ich auch nicht. Also schweige ich, schlucke ich stumm, wenn sie mich alle hin und wieder beruhigen. Ja, ist wahrscheinlich alles nur reine Einbildung, wenn man z.B. nicht mehr weiß, was man vor drei Stunden gekocht oder gestern geschriebern hat. Halt zu viele Visite-Sendungen gesehen. Und noch kann ich ihn ja geschickt und unauffällig bewältigen – meinen Oldi-Alltag daheim. Dinge, die kognitiv nicht mehr ganz so klappen, die behält man dabei halt besser für sich und grübelt nur heimlich nachts mal darüber.

Dumm an Demenz aller Varianten ist halt nur: Erst ahnen zwar die Betroffenen, dass etwas nicht mehr stimmt, aber wenn es dann auch die Mitmenschen nicht mehr übersehen können, ist es oft zu spät, um mit dem Betroffenen noch einen guten Rahmen abzustecken. Ich wäre zum Beispiel für einen GPS-Tracker, dann könnte man mich im Wald finden. Und ich wäre für Hunde bis zuletzt. Die helfen unter Garantie für ein Stück lebenswertes Leben.

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