Allein unterwegs

Entdeckungen in Zeiten des Kontaktverbotes

Es ist Corona-Zeit in Sachsen. Und gerade mal die erste Woche mit dem Ausgangsverbot herum. Cockerchen Darja und ich sind deshalb immer allein und beizeiten unterwegs. Sprich: Wir gehen dahin, wo uns möglichst keine oder wenig andere Menschen begegnen. Das ehemalige Landesgartenschaugelände am Olbersdorfer See gehört dazu. Und der Berzdorfer See bei Görlitz. Und die abgelegenen Wege im Zittauer Gebirge. Bei diesen Sologängen tanken wir nicht nur die frische Luft plus Vitamin D, sondern derzeit entdecken links und rechts der Wege auch viele bisher übersehene Dinge.

Am Olbersdorfer See entdeckt: die Erinnerungstafel an einen Menschen, der sich bei Entstehung dieses Sees als Wegewart engagierte. Schön, wenn ein Mensch solche Spuren hinterlässt.
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Das entschleunigte Leben

. . . oder wie Oma in Corona-Zeiten zwischen Furcht und Ignoranz laviert

Risikogruppe hin oder her: noch vor anderthalb Wochen ging sie mich einen feuchten Kehricht an – diese ganze Corona-Panik. Ist doch für Omas wie mich der Kreis der Kontaktpersonden deutlich kleiner als für Bundeskanzlerin Merkel. Müssen wir Omas nicht mehr täglich mit Bahn oder Bus zur Arbeit, keine Kinder in die Schule chauffieren usw. Und dürfen immerhin noch mit dem Hund Gassi.

Kaffee trinken – aber halt nicht mehr mit Bekannten im Cafe. Aus Angst vor Ansteckung oder angesteckt zu werden akzeptieren Millionen Menschen derzeit die Freiheitsberaubungen.Foto: Pixabay,
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Ein großer Jäger musste gehen

Letzte Worte für unseren so tollen Brummelbruno

Der graubraune Cocker Spaniel Bruno, er blieb Zeit seines Lebens, wozu diese Rasse einst gezüchtet wurde: ein begeisterter stöbernder Jäger. Die Jagd war seine Leidenschaft. Durch die und durch meinen Leichtsinn hat er jetzt sein Leben mit elf Jahren verloren. Für einen Cocker vor der Zeit. Ich würde gern meine Schuldgefühle delegieren: z.B. auf die Erbauer dieses beschissenen Anti-Schweinepest- Grenzzaunes an der Polengrenze, der bei uns direkt direkt an Wanderwegen und Bundestraßen verläuft. Aber hätte ich meine zwei “Jäger” nicht beide zugleich frei laufen lassen, wäre Bruno nicht an die elektrische Barriere gekommen und wohl auch nicht vor den Laster gesprungen.

Wasser war nach der Jagd Brunos zweite große Leidenschaft. Bei ihm ging die Badesaison von Januar bis November.
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Die Heinzelmännchen vom Teich

Der neue Verein der Schlegeler Teiche legt so richtig los

Es gibt sie noch: Leute die auch weit weg von ihrer Haustür anpacken und damit nicht nur sich, sondern auch anderen Menschen ein “grünes Wohnzimmer” schaffen. Fast jede Woche kann ich Neues bei den Runden um die Schlegeler Teiche entdecken. Voriges Jahr mutmaßte ich noch, dass aus dem vormaligen Badeteich ein verschilfter und zugewucherter Sumpf wird. Doch es kam anders!!!

Das Ufer ist abschnittsweise von Schilf beräumt, neuer Sand für die Kinderbadestelle und erneuerte Bänke sind schon da. Morsche Bäume sind gesägt. Am Teich tut sich was. Bevor die Sonnenbader kommen.
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Zittau – eine abgesperrte Stadt

Oder wie es uns mit Elektrozäunen und Corona-Barrieren so geht

Alles ist plötzlich anders. Die Stadt, in die ich fast täglich zum Einkaufen oder zu Besorgungen fahre – die ist seltsam geworden. Gestern noch standen lange Autoschlangen von Tank-Touristen an den beiden Grenzübergängen zu Polen. Jetzt stehen dort Sperrgitter und frierende polnische Polizisten.

Tag eins der Corona-Sperren an den Grenzen des sächsischen Dreiländerecks. Der 15. März anno 2020.

Europa? Es war nie so fern und doch nie so gemeinsam wie jetzt. Gerade weil gegen Corona alle Welt derzeit heftig und weltweit mit Sperren, Verordnungen, Verboten hantiert und “reagiert”. Und dadurch wird es plötzlich auch still hier. Die Tanktouristen müssen vor der Grenze umkehren, die Sonntags-Tschechien-Mittagesser daheim bleiben.

Aber nicht nur wir Menschen sind jetzt abgezäunt. Damit die hiesigen Massentierhalter für ihre Billigschnitzel so weiter machen können wie bisher – und wohl nur dafür – entstanden diese Elektrozäune u.a. neben Bundesstraßen und unserem hiesigen Grenzfluss Neiße.

Aber nicht nur das neue C-Virus bestimmt derzeit unser allgemeines LEBEN und schränkt es ein. Auch die “schweinischen” Massentierhalter bekamen zuvor schon vom Staat und dem beauftragtem THW staatliche Unterstützung. Wir haben diese verdeckte Staatsfinanzierung der Unterstützung der Massentierhaltung bislang nicht so wahr genommen. Aber man baute und bezahlte den Landwirten Zäune gegen wilde Schweine, die keine Grenzen kennen und Schweinepest (bei uns aus Polen) ins Land und die Ställe bringen könnten. Das ist Wirtschaftsförderung für die Massen-Mäster. Die dürfen trotz immer noch in tierschutzwidrigen Ständern fixierter Sauen und Spaltenböden immer noch so weiter machen wie bisher. Dürfen sie wirklich? Sollen wir das weiter dulden?

Tag zwei der Grenzsperren und Tag eins der Schulschließung

Es gibt keine leeren Regale bei Aldi und anderen. Auch keine “ausverkauft”-Schilder in den Apotheken. Provinz hat eben auch Vorteile. Ganz ohne Verbotsschilder am Eingang halten die Kunden von sich aus Distanz. Hut ab vor unserem Oberbürgermeister. Der hat im Regionalfernsehen Lausitz-TV gut rübergebracht, was Stadt und Kreis als Krisenmanagement jetzt tun. Und danke Susi W., dass Du uns den Link mit seiner Ansprache geteilt hast. Hundeleute sind natürlich trotzdem unterwegs. Aber wir umarmen uns ja nicht bei Begegnungen unterwegs, sondern “bekaspern” mit Abstand in jeder Hinsicht die Lage.