Ein großer Jäger musste gehen

Letzte Worte für unseren so tollen Brummelbruno

Der graubraune Cocker Spaniel Bruno, er blieb Zeit seines Lebens, wozu diese Rasse einst gezüchtet wurde: ein begeisterter stöbernder Jäger. Die Jagd war seine Leidenschaft. Durch die und durch meinen Leichtsinn hat er jetzt sein Leben mit elf Jahren verloren. Für einen Cocker vor der Zeit. Ich würde gern meine Schuldgefühle delegieren: z.B. auf die Erbauer dieses beschissenen Anti-Schweinepest- Grenzzaunes an der Polengrenze, der bei uns direkt direkt an Wanderwegen und Bundestraßen verläuft. Aber hätte ich meine zwei “Jäger” nicht beide zugleich frei laufen lassen, wäre Bruno nicht an die elektrische Barriere gekommen und wohl auch nicht vor den Laster gesprungen.

Wasser war nach der Jagd Brunos zweite große Leidenschaft. Bei ihm ging die Badesaison von Januar bis November.

Ich habe fünf tolle, anstrengende, schöne und spannende Jahre mit diesem zu Mensch und Tier immer freundlichen und charmantem Cocker verbringen dürfen. Er kam als Schutzvertrags-Zweithund zu uns. Nach einem Jahr wollte ich ihn wieder zurückgeben. Denn durch Bruno lernte ich, dass Jagdhunde angesichts von Reh und Hase vor Augen oder Nase zu zweit eben auch bei sonst guter und separater Erziehung nicht mehr gehorsam bleiben. Diese Gruppendynamik zweier Cocker, die sich im Bruchteil einer Sekunde verständigen und abpesen können – sie war eine ewige Herausforderung.

Ich heule täglich um meinen Pantoffelsammler und Charmeur, um diesen nie ruhigen ADHS-Hund. Und ich sehe hinter meinem Tränenschleier seine wunderbaren braunen Augen. Und es tröstet so doll, dass viele Freunde und Verwandte ihn auch sehr gemocht haben.

Unser Brummelchen bei Tierarzt drei am Tag eins nach dem Unfall. Er wäre mit der zerschmetterter Hinterkarre nie mehr auf vier Beine gekommen.

8 Antworten auf „Ein großer Jäger musste gehen“

  1. Liebe Angelika
    Oje, oje, das ist schmerzlich zu vernehmen. Bruno ist mir durch die vielen Geschichten sehr ans Herz gewachsen. –
    In meiner Kindheit habe ich die Sommerferien oft bei meinen Paten verbracht und sie hatten einen schwarzen Spaniel. Durch deine Schilderungen wurden bei mir Erinnerungen an die turbulente Zeit mit diesem Hund geweckt. Er war ein Entenjäger und im Wald büxte er gerne aus.
    Bruno behalte ich gerne in guter Erinnerung, eure Spaziergänge habe ich gerne mitverfolgt und werde es auch weiterhin tun.
    Bitte keine Vorwürfe an dich.
    Trage dir Sorge und bleibe gesund
    Liebe Grüessli
    Eda

    1. Liebe Angelika, so traurig wie das alles ist , er hätte es gemocht , wie schön du diese Zeilen für ihn geschrieben hast.
      Einfach großartig traurig .
      Liebe Grüße Matthias u.Signe

    2. Liebe Eda, Deine Worte sind ein Streichler für die Seele. Möge es Dir und den Deinen in diesen Corona-Zeiten gut ergehen. Ich werde mir auf Deiner Seite noch oft Anregungen und Freude für die Augen holen. Angelika

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