Wanken zwischen Vernunft und Panik

. . . oder wie sich Oma um den kranken Hund sorgt

Mit klopfendem Herzen, sorgenvoller Miene und einem Arsch voller Tränen klingelte ich gestern zur schönsten Fernsehzeit bei Hundefreundin Margit an deren Haustür. “Guck dir doch mal kurz meine Darja an!” Margit schaut erst mich sorgenvoll, dann die Cockerhündin an und befand: “Da ist was nicht in Ordnung.” Genau so hatte ich das auch empfunden und gefürchtet.

Die sechsjährige Darja – bei ihr drohe ich eine Heliokopterhundehalterin zu werden.

Tags zuvor hatte sich die Cockerin bei der gemeinsamen Hunderunde mit den Freundinnen eine Gerstegranne ins Schlappohr geholt. Diese biologischen “Torpedos” sind mit fiesen Andockmechanismen ausgestattet. Und gehen von allein nie wieder raus. Wissen wir. Sowas hatten wir schon mal. Also: vorzeitiger Abbruch des wöchentlichen Hundetages. Statt dessen noch abends zum Tierarzt: Narkose, Granne raus. Und danach eine unruhige Nacht. Für uns beide. Das Cockerchen hechelte wie verrückt und wechselte aller Minuten den Platz. Ich lauschte und äugte mit zunehmenden Herzklopfen. Und als es tagsüber nicht viel besser wurde, schaltete mein Unterbewusstsein ungeachtet aller rationalen”Gegenwehr” auf den Angstmodus um. Nein!! Ich wollte mein letztes Hundchen nicht auch noch verlieren. Dieses Jahr sind schon zwei gegangen.

Warten bis die Narkose wirkt. Deren Nachwirkungen waren diesmal nicht ohne.

Nun ist zwar Hecheln nach ner Narkose wegen einer kurzen Grannentfernung überhaupt kein Anlass zu Panik. Aber sage mal das einer dem störrischen Unterbewusstsein einer alten Hundehalterin. Das Amok läuft. Ungeachtet aller gebetsmühlenartigen Beschwörungen: “Die Kleine hat bestimmt nur einen Narkosekater”. Ich rannte also am Tag danach öfter mit Leckerchen vor dem Hund rum. Die nahm Darja huldvoll an. Das heißt für Besitzer eines verfressenen Cockers: der ist nicht ernstlich krank. Diese kurzzeitige Selbstberuhigung kippt aber sofort wieder, wenn man Dr. google am PC die Anzeichen schildert und um Auskunft bittet. Um Himmels willen! Was die immer noch hechelnde Kleine laut der Antworten noch so alles haben könnte. Ich das Frauchen sitze also bei komischen Anzeichen schlaflos nächtens im Bett und äuge von da aus sorgenvoll lauschend auf das Cockermädchen, sobald das irgendwie anders wirkt. Ihr Menschen ohne Pferd, Hund und Katz, ihr könnt nicht nachfühlen, wie viel wert und wie nahe uns ein Tier ist. .

2 Antworten auf „Wanken zwischen Vernunft und Panik“

  1. Liebe Angelika
    Schreibe doch mal, wie geht es Darja jetzt? – Ist sie wieder ganz gesund?
    Ich drücke euch beiden die Daumen und liebe Grüessli
    Eda

    1. Liebe Eda, danke für Deine Anteilnahme. Ich freue mich, Dich über google+ kennengelernt zu haben. Inzwischen ist das Prinzesschen wieder auf dem Damm. Waren wohl die Narkosenachwirkungen. Aber schon erstaunlich, wie schnell man Ängsten ausgeliefert ist.

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