Post vom Finanzamt

. . und Oma wütet, weil sie sammeln, rechnen und zahlen muss

Bevor ich hier meinem Ärger über das Steuersystem Luft mache: ich hab die erste Hälfte meines Lebens in der DDR verbracht. Da muss es zwar auch so was wie Steuern gegeben haben, aber davon haben wir kaum was gemerkt. Heute sieht das anders aus. Ich muss nachzahlen. Die Rente ist zu hoch geworden. Die Post vom Finanzamt liegt mir schwer auf der Seele. Ich springe also wie Rumpelstilzchen umher.

Steuerformulare und Abzüge werden jetzt auch für Senioren zur jährlichen Herausforderung. Foto: Pixabay

Da freuen wir Omas und Opas uns also ahnungslos, wenn die Medien unsere jährliche Rentenerhöhung verkünden. Und genießen das “Mehr an Geld” sogar ne Weile. Guten Gewissens. Mehr oder weniger Lohnsteuer hat man uns im Arbeitsleben ja schon abgenommen. Nach der Rente sollte alles vorbei sein. Dachten wir. Aber denkste. Der Staat holt sich das Geld (übrigens von einer SPD-Regierung beschlossen) hintenrum nach jeder Rentenerhöhung und von jeder ersparten Versicherung oder Privatrente zurück. Dabei kassieren sie doch alle schon zig Steuern. Für: Mehrwert, Öko, Benzin, das Auto, das Haus, für ne Erbschaft , Vergnügung, für an Gäste vermietete Betten, Alkohol, Tabak, für Hunde usw. usf.

Früher waren es Klöster, Könige und Fürsten bis runter zum örtlichen Raubritter bzw. den Gutsherren, die ihren Teil von Einkommen, Arbeitsleistung oder Ernte gegen Schutz und Schaffung von Infrastruktur verlangten. Auch damals hatten die kleine Leute keine Chance, den Abgaben und ihren Schulden zu entgehen.

Und heute? Eurogräber, wohin man blickt. Foto: Pixabay

Und damals wie heute hatten und haben wir kleinen Leute nie Einfluss darauf, was mit unseren Abgaben so alles geschieht. Damals wurden u.a. Paläste und Mauern um Städte gebaut – heute ein neuer Flughafen. Und ob der Staat seine großen Lieblingsfirmen nun wiederholt mit unseren Steuergeldern vor der Pleite bewahrt oder die wie beim Kohleausstieg mit unserer “Kohle” noch zig Jahre subventioniert. Wir können es nur später nachlesen. Oder – wie bei dem auch 70 Jahren nach Gründung immer noch schwer hinkenden deutsch-französischen Europatraum – nur den Kopf schütteln. Weil die inzwischen eingesammelten vielen Mitglieder zwar eine gigantische Bürokratie bezahlen, aber kein einiges Europa geschaffen werden konnte. Wem nützt es – fragten seinerzeit schon die alten Römer. Und “man folge der Spur des Geldes ” fragen die Krimiautoren.

Damit zurück zu meinem privaten Oma-Steuer-Ärger. Mich hat nach der dritten Rentenerhöhung und dem ersten fehlerhaftem Versuch, für das Oldi-Einkommen auch noch die Steuer zu erklären, eine regionale hilfsbereite Finanzbeamtin von sich aus kontaktiert. Die anrief, helfend beriet und mir dann sogar das für Rentner vereinfachte Formular per Post schickte. Es gibt sie also hier und da : freundliche und hilfreiche Menschen – auch in den Finanzämterm.

2 Antworten auf „Post vom Finanzamt“

  1. Man kann Widerspruch dagegen einlegen! Schützt zwar nicht vor Zahlungen – aber sollte mal anders entschieden werden, bekommt man sein Geld zurück! PS.: Es läuft ein Verfahren gegen Steuerzahlungen aus der Rente! Netzt!

    1. Danke für das Feedback lieber Steffen. Aber ich find es trotzdem Mist, wenn wir Oldis zum einen mit den arthritischen Fingern und stargetrübten Augen überhaupt noch solche Formulare ausfüllen müssen. Und dann noch aller Quartale was überweisen müssen. Kann er seinen Obolus nicht gleich einbehalten, statt den Kindern und Enkeln zu suggerieren, Rentner würden mit jeder Erhöhung reich und reicher?

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