Ausgeträumter Hybridtraum

. . . oder wie die Oma an ihren wirklich allerletzten Autokauf geht

Heute trafen Frauen zweier Interessengruppen aufeinander. Hier die nette und äußerst sachkundige Verkäuferin des Autohauses. Auf der anderen Seite des Tresens ich: die Oma. Wild entschlossen, das allerletzte Auto meines Lebens so günstig wie nur irgend möglich zu erhaschen. Jede von uns hatte spezielle Vorgaben. Meine waren neben dem vom Kontostand gesetzten Rahmen die Dringlichkeit, den in die Jahre gekommenen Colt zu verabschieden, bevor er die halbe Rente schluckt. Die Verkäuferin wiederum muss an ihre Provision und die Zukunft der Firma denken. Wollte der Oma dabei aber immerhin keinen Neuwagen plus Kredit aufschwatzen.

Das derzeitige Hundeauto – klein und japanisch zuverlässig. Aber kein hochwertiges Verkaufsobjekt mehr.

Jeder Mensch hat ja unerfüllte Träume. Zu meinen gehörte unterschwellig immer der von einem umweltfreundlichen Hybridauto. Ich hatte sogar mal probefahrend den Joystick eines Prius in der Hand. Doch es fehlten und fehlen die nötigen Tausender. Natürlich sind Rentner gute Kreditkunden für mehrjährige Ratenzahlungen. Und dann? Wenn zum Beispiel derweil daheim die Heizung kaputt geht? Der Sturm Dachziegel von dannen fegt? Oder der Hund operiert werden müsste? Nee, nee und nee. Schulden fürs Auto sind was für junge Leute. Omis kriegen Alpträume bei dem Gedanken, dass Kinder und Enkel posthum für Omas letztes, weil noch nicht abgestottertes Auto noch zahlen müssten.

Ich probierte also einen kleinen Japaner probefahrend, während man im Autohaus meinen ebenfalls japanisch zuverlässigen Oldi unter die Lupe nimmt.

Nun heißt es ja oft, unser geheimes Unterbewusstsein steuere gänzlich willensunabhängig viele unserer Kaufentscheidungen. Bei mir diskutieren momentan der malade Rücken und die Bequemlichkeit darüber. Der Rücken will kein hartes Ruckeln und Holpern von strammen Stoßdämpfern mehr. Und die Bequemlichkeit, die will erst nach 700 km wieder tanken. Außerdem fahre ich nicht nur mit dem Cockerchen an Bord umher, sondern gern auch mal mit Frau Nachbarin und Freundin Heidi etwas weiter weg Und da ist es schon entscheidend, ob wir alle bei der bevorstehenden Expedition zur Weinlese als Gepäck aus Platzgründen im Kleinwagen kaum mehr als die “Handtasche” und ne Zahnbürste einpacken dürfen. Außer dem Stauraum dafür im Auto ist für mich Oma immer noch wichtig, wie schnell man von null auf 100 und voll bepackt an den Auffahrten auf die Autobahn käme. Noch halten Tochter und andere gelegentliche Mitfahrer meinen Fahrstil – in Bezug aufs Alter -für zu sportlich.

Also welches Auto sollte nun das Letzte sein? Ich erzähle es Euch hier, wenn ich es gekauft habe.

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