Die spontane Wunderheilung

Oder wie auch ein Tierarztbesuch ohne Behandlung was bewirken kann

Ein “Wunder” ist dieser Tage meinem Cockermädchen geschehen. Vormittags saßen wir noch auf bzw. unter den Kirchenbänken im Wartezimmer der Tierärztin. Dort war es schon kurz nach Öffnung rappelvoll. Das seit Tagen vornehmlich auf drei Beinen hüpfende Hundchen ignorierte alle Katzen, die in ihren Körbchen ringsherum schimpften oder mauzend klagten. Wir warteten. Und warteten. Und warteten. Und gingen irgendwann.

Was hat sie nun wieder? Antonia begleitet hier ihre “Kinderfreundin” zum Tierarzt. An dem Tag zum Impfen.

Ohne uns der Tür zum Behandlungsraum auch nur genähert zu haben. Nach den Geschichten, die ich in diesen anderthalb Stunden so hörte aber hier für alle Blogleser ein Tipp: Geht nie ausgerechnet an einem Montag ohne Dringlichkeit zum Tierarzt. Außer mir hatte nämlich auch die Mehrheit der anderen am Wochenende versucht, Husten, Durchfall o.a. erstmal mit Hausmittelchen in Griff zu kriegen. Das ist aber nicht nur eine Nebenwirkung der neuen Notdienstgebührenregelung für Tierärzte, sondern resultiert aus der immerwährenden Unsicherheit von uns Tierhaltern. Sollen wir sofort zum Doktor sprinten, oder erst einmal bissl abwarten und vielleicht Spitzwegerichbrei auf eine kleine Wunde packen und dem “flotten Otto” mit Kohle und Haferschleim beizukommen suchen?

Darja beim Warten im Vorraum vom Tierarzt – hier mal in dem selten leeren Wartezimmer.

Zurück zu meinem “Dreibeincocker”. Ich zog – vor dem Tierarztgang (es war ja Wochenende) – erst eine, dann eine zweite sichtende Hundefreundin hinzu. Die sahen an der Humpelpfote nix. Waren sich aber unabhängig voneinander einig , dass es dem Hundchen beim Tasten einer Stelle des Ballens schmerzt. Mit Fußbädern in Kernseifewasser und anschließender Umwicklung der Hinterpfote mit nur kurzzeitig haltendem Verband und Propolissalbe habe ich das Wochenende irgendwie überstanden, ohne nach dem Befragen von “Dr. google” panisch zu hyperventilieren. Und nach dem abgebrochenden Tierarztbesuch habe ich wieder zur eigenen Beruhigung Fußbad gemacht und Wickel gewickelt. Kann ja zumindest nicht schaden.

Und dann geschah es. Das Wunder von Dittelsdorf. Meine Cockerlady stieg nach vier hüpfenden Tagen plötzlich wieder auf allen Vieren aus ihrem Körbchen. Was sagt man dazu? Nun, was ich dazu sagen kann ist, dass bei Lahmheiten von Hund, Katz und Pferd nicht nur die sorgenden Besitzer, sondern oft auch Tierärzte erst mal im sprichwörtlichen Nebel rumstochern. Keiner weiß ja so ganz genau, wo und was zwickt und schmerzt. Aber ich ahne auch, dass meine Sorge um das Wohlbefinden meines letztes Hundchens mir vielleicht auch so manchen Streich spielt.

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