Ein dünner Mann mit Hosenträgern

. . . oder wie die Oma gerade den Gundermann für sich entdeckt

Liegt es nun an den immer wild-wirrender werdenden Coronavorschriften dieses so komischen Jahres 2020? Oder dem Regen, der seit Tagen von Osten her über meine Oberlausitz tropft? Oder ist das der alljährliche Herbstblues? Egal. Außer mit Hundchen geht derzeit kaum einer freiwillig vor die Tür. Und in der Regel können wir arthosegeplagten und lebensgestählten Senioren ja auch ganz gut mit diesen privaten Schlechtwettertiefs umgehen. Man muddelt dann halt drinnen rum. Und guckt mal Filme, die man sonst nicht gesehen und hört Musik, die man sonst nicht gehört hätte.

Hier bin ich zu Hause. Dieses Stück Heimat am Zipfel zwischen Polen, Tschechien und Deutschland hat was. Und Gundi- du dünner Mann mit Hosenträgern – hast mir mit Deinen Liedern unsere Heimat nahe gebracht.
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Mit Mercedes in den Wald

. . . oder wie die Oma bei den Hunderunden im Busch doch mal über andere feixt

Es ist Oktober. Abnehmender Mond und patschnasser Waldboden nach einer Regennacht. Da greift der wirklich kundige Pilzsucher nicht nach Messer und Korb. Aber es ist auch Sonntag. Da greifen halt die Sonntagspilzsucher nach ihren größten Körben und fahren dann mit ihren dicken Autos bis in die Schneisenzufahrten. Vorzugsweise ab 11 Uhr bis nachmittags. Nachdem sie gehört oder gelesen haben, wie viele Steinpilze andere gefunden haben.

Dicke Autos an den Waldzufahrten. Aber Pilze haben ihren eigenen Lebensrhythmus. Das Wachstum ihrer Fruchtkörper richtet sich nicht nach den freien Tagen der Menschen.

Ich gehe bei Schlechtwetter auch in den Busch. Schließlich will das Cockerchen Darja immer ihre große Runde. Und der Wald, er ist zu allen Jahreszeiten schön. Noch!!! Wer weiß, wie lange er uns Menschen und unsere Art Waldnutzung noch aushält. Schon jetzt sind in “meinem Pilzrevier” viele Myzel zerstört, der vorher fluffige Waldboden nach Forstmaschineneinsatz betonhart und die Wege zu stinkenden Tümpeln geworden. Und von den sterbenden Fichten rieseln die Nadeln. Wenn dazwischen doch mal Pilze schießen, schleppen besonders Gierige diese sofort in Riesenkörben ab und präsentieren die “Beute” dann mit Kiloangabe im Netz. Vielleicht bin ich deshalb stinkig, wenn sonntags Leute mit dicken Autos an den Wegen parken und erwarten, dass ihnen Marone, Steinpilz und andere Waldgeschenke hopp-hopp sofort und massenhaft ins Körbchen springen.

Waldrunden ohne Korb nutze ich gern zur “Weiterbildung” Selbst wenn es wie hier kein essbarer Pilz ist – man kennt ihn dann.
. . . und verwechselt ihn nicht mit dem bekannteren Herbstpilz, den “Sonntagssucher” auch nicht mitnehmen.
Ja, und diese dicken schuppligen Dinger werden auch selten genommen und wenn – dann nur wie Schnitzel mit Ei und Panade gebraten. Was dann wie Ei und Panade und nicht mehr wie Parasolpilz schmeckt.

Ja, es gibt für mich schon zu feixen an solchen “Nachregensonntagen” bei abnehmendem Mond . Zweierlei Art von Begegnungsblicken sind besonders spannend. Zum einen der distanzierte: “Igitt, was hat die denn da gesammelt? Würden wir ja nie nehmen. Sieht schon giftig aus. ” Und zum anderen der neidische: “Woher hat die Alte jetzt die Pfifferlinge geholt, während wir nur Zermatschtes finden?” Also Leute, ich gönne Euch den Mercedes ja. Wirklich!!! Aber beim Suchen, Finden und der Kenntnis über Pilze und Liebe zum Wald würde auch ein Fahrrad genügen.

Und nach diesem Post gibt es Rehblatt von einer Jungjägerin und selbst gesammelte Oktoberpilze.

Arbeitsurlaub im Schwabenländle

. . . oder wie unser Ossi-Rentnertrio die Weinlese und mehr erlebte

Andere fliegen in die Karibik. Wir fahren im Herbst zwei bis drei Wochen nach Schwaben. Alle Jahre wieder. Zur Weinlese auf den Gagernberg bei Beilstein. Wir – das ist ein kleiner, aber feiner Klub von 70- jährigen Omas. Meine Frau Nachbarin ist mit 74 “Alterspräsidentin” Und meine Jugendfreundin gehört dazu. Immer mit dabei natürlich auch Cockerhündin Darja. Und ja – ohne die beiden netten Nachbarn, die derweil meine Blumen gossen und liebevoll die “100-jährige” Miez umsorgten, da könnte ich gar nicht so lange weg aus meiner geliebten sächsischen Oberlausitz.

Der Lemberger. Einer der Weine, die dank der kundigen und liebevollen Handarbeit durch den Winzer “Finki” und einem gewogenem Wettermix dieses Jahr alle tolle Öxle hatten.
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Der etwas andere Einkauf

. . .oder wie sich die Oma mal als “Marktschwärmer” versucht

Wir Rentner haben – entgegen anderslautender Sprüche – doch Zeit. Und die verwenden wir unter anderem für Einkäufe. Da wird nicht mehr nach Feierabend durch riesige Einkaufshallen gehetzt. Nein, man darf beispielsweise in aller Ruhe auf Märkten gucken oder kleine Insiderlädchen wie die verpackungslosen “Lose Laden” besuchen und in tollen kleinen Suppenküchen Mittagspause machen.

Jeden Donnerstag können Besteller wie ich im Zittauer Salzhaus von Stand zu Stand gehen und ihre Waren dort fix abholen.
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