Der etwas andere Einkauf

. . .oder wie sich die Oma mal als “Marktschwärmer” versucht

Wir Rentner haben – entgegen anderslautender Sprüche – doch Zeit. Und die verwenden wir unter anderem für Einkäufe. Da wird nicht mehr nach Feierabend durch riesige Einkaufshallen gehetzt. Nein, man darf beispielsweise in aller Ruhe auf Märkten gucken oder kleine Insiderlädchen wie die verpackungslosen “Lose Laden” besuchen und in tollen kleinen Suppenküchen Mittagspause machen.

Jeden Donnerstag können Besteller wie ich im Zittauer Salzhaus von Stand zu Stand gehen und ihre Waren dort fix abholen.

Eine ganz neue Einkaufsform ist derzeit auch in Zittau an den Start gegangen. Die Marktschwärmerei. Man bestellt via Internet die Woche über auf deren Homepage, was das Herz begehrt, zahlt dann die Summe über einen Bezahldienst und kommt sich die Bestellungen von ausschließlich regionalen Erzeugern an einem Tag im bestimmten Zeitfenster an einem Ort holen. Gerade in Coronazeiten ein Superanstoß, Einkaufsalternativen mal zu probieren.

Ich hab heute Abend meine ersten Tüten im Zittauer Salzhaus abgeholt. Lief ein klein wenig anders als zuvor gedacht. Es stand nämlich keine fertig gepackte Einkaufstüte bereit, sondern man musste unter Ansage seiner gerade aktuellen Bestellnummer von Stand zu Stand wandeln, wo die Gärtner, Fleischer und Bäcker dann jeweils eine Nummerntüte mit der Wurst oder dem Brot aus ihren Kisten fischten. Da man an den eigens für die zwei wöchentlichen Abholstunden aufgestellten Ständen aber nix kaufen, sondern nur zwischen 17 und 19 Uhr das zuvor Bestellte abholen kann, ist es für die Erzeuger, die dann die Nummerntüten rüberreichen, nicht so toll. Bei ihnen könnte ich wahrscheinlich tagsüber auf dem Marktplatz flexibler kaufen. Dennoch finde ich den Ansatz der Marktschwärmerei toll. Wir Senioren müssen z.B. nicht inmitten der immer noch befeuerten Corona-Panik in Supermärkte. Und wir dürfen mit solchen Modellen Abstand halten und zugleich den hiesigen Produzenten faire Preise für gute Ware zahlen.

Und ja, als immer noch bekennender Maskenmuffel würde ich solchen Arten des fairen Einkaufs gern eine Zukunft wünschen.

In diesem Sinne Leute, schaut Euch mal um.

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