Die Weihnachtskatze

. . . oder warum sich Oma an manche Festtage besonders erinnert

In meinen Kindertagen waren die Winter noch kalt und schneereich. Trotzdem sind wir an Heiligabend warm eingemummelt zwischen Mittagessen und Dunkelheit immer draußen gewesen. Bei den Bescherungsvorbereitungen in der Stube wollten die Eltern nämlich ungestört von kleinen Schlüssellochspionen und „ich muss aufs Klo-Quenglern“ bleiben. Wir sind dann an die Rodelhänge hinter dem Neustrelitzer Schlosspark oder am zum Eislaufen freigegebenen Gladecker See gestiefelt. Dabei liefen uns mehrfach arme Seelen vor die Füße, auf die – anders als für uns – keine warme Stube mit guten Gaben und ein festlicher Schmaus wartete. Unter anderem sammelten wir über die Jahre vor der eigenen Bescherung eine verletzte Taube und einen Igel, aber auch zwei Katzen ein. Und schleppten sie für rettende Pflege nach Hause.

Eine diesjährige struppige Weihnachtskatze fanden Darja und ich auf einer Wiese. Aber hab die – anders als vor 55 Jahren – nicht eingesammelt und ins Haus geholt. Aber Darja musste zusehen, wie all ihre Leckerchen fremdverteilt wurden.
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Nicht ohne meine Fitnessuhr

. . . oder wie die Oma aus der neuen Corona-Isolation das Beste machen will

Der dritte Advent ist rum, aber von Weihnachtsstimmung keine Spur. Im Gegenteil. Selbst auf unserer einsamen Dorfstraße ist – wenn überhaupt noch wer – vorschriftsmäßig maskiert unterwegs. Es ist wieder Lockdown mit Ausgangssperren usw. Aber das Cockerchen und ich sind täglich auf Tour: in Wälder, um Seen oder ins Gebirge.

Darja stören die Ausgangsbeschränkungen und Reiseverbote nicht. Der Wald ist für sie immer wieder spannend.

Aber ich will diesmal gar nichts vom Hundchen, sondern von Omas neuen Spielzeugen erzählen. Diese Dinger hatte ich anfangs als Schrittzähler um den Hals, später im Handy integriert. Mit denen laufe ich durch die wunderbare oberlausitzer Landschaft und gegen den Diabetes und Kilos an. Zielvorgabe: 10 000 Schritte. Täglich. Draußen!! Wäre wohl mit der Uhr allein und ohne Hunde als die besten Fitnessmotivatoren der Welt nicht erfüllbar gewesen. Die Wuffs holen nämlich jeden Tag alle ihre Menschen runter vom Sofa. Immer mit ungebremster Freude – für beide Seiten.

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Seuchenzaun am Rande Deutschlands

. . . oder wie Oma Schweinepestmaßnahmen an der Polengrenze in Frage stellt

Wo immer man sich derzeit bei uns in Ostsachsen in den Wald wagt, schrecken Schilder. Die suggerieren, dass hinter jedem achten Baum ein verrecktes wildes Schwein liegen könnte. Und wenn, dann soll man sofort die 112 anrufen und – so stand in der Zeitung – seinem Hundi unbedingt daheim die Pfoten abwaschen. Damit die Afrikanische Schweinepest nicht bis ins Dorf oder gar den Schweinestall des grusligen und qualvollen Sauenkäfighalters oder des Massenschweinemästers getragen werden kann.

Schutz vor einer Wildtierkrankheit? Wer genau wird geschützt? An allen Waldwegen droht Angstmache.
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