Nicht ohne meine Fitnessuhr

. . . oder wie die Oma aus der neuen Corona-Isolation das Beste machen will

Der dritte Advent ist rum, aber von Weihnachtsstimmung keine Spur. Im Gegenteil. Selbst auf unserer einsamen Dorfstraße ist – wenn überhaupt noch wer – vorschriftsmäßig maskiert unterwegs. Es ist wieder Lockdown mit Ausgangssperren usw. Aber das Cockerchen und ich sind täglich auf Tour: in Wälder, um Seen oder ins Gebirge.

Darja stören die Ausgangsbeschränkungen und Reiseverbote nicht. Der Wald ist für sie immer wieder spannend.

Aber ich will diesmal gar nichts vom Hundchen, sondern von Omas neuen Spielzeugen erzählen. Diese Dinger hatte ich anfangs als Schrittzähler um den Hals, später im Handy integriert. Mit denen laufe ich durch die wunderbare oberlausitzer Landschaft und gegen den Diabetes und Kilos an. Zielvorgabe: 10 000 Schritte. Täglich. Draußen!! Wäre wohl mit der Uhr allein und ohne Hunde als die besten Fitnessmotivatoren der Welt nicht erfüllbar gewesen. Die Wuffs holen nämlich jeden Tag alle ihre Menschen runter vom Sofa. Immer mit ungebremster Freude – für beide Seiten.

Doch zur Technik. Die galoppiert inzwischen immer schneller. Und mir zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr immer schneller davon. Aus dem Klapphandy wurde ein Smartphone. Aus dem dicken ADAC-Autoatlas im Kofferraum und den vielen gedruckten Wanderkarten im Rucksack die navigierende Stimme von google Maps. Das einst primitive Blutzuckermessgerät ist mittlerweile ein (im positiven Sinne) Überwachungscomputer. Und aus den schlichten Schrittzählern der 90-ger, da sind jetzt die Smartwatches geworden Tolle Teile, die viel mehr als Schritte zählen können. Ich schlich mich erst mit so einem “Chinesen” für kleines Geld an diese neue Technik an. Jetzt habe ich vom Bruder so ein ganz markenmäßig teures Teil bekommen. Allein das Einrichten dauerte eine Woche mit drei Nervenzusammenbrüchen. Aber . . .

Oh Gott!!! Selbst wann man nächtens mal pinkeln geht, registrieren und speichern das die modernen Fitnesscomputer.

. . . seither kann ich auf dem Handy schon beim Morgenkaffe “nachlesen”, wie zwei Schoppen Wein am Abend oder die Aufregung über eine Fernsehsendung nächtens auf mein Herz, den Stress und den Traumschlaf wirkten. Ob die Zahlen nun ganz genau stimmen oder nicht. Das ist nachrangig. Ich habe zumindest das Gefühl, mein Stresslevel und meinen Schlaf durch die Uhr wieder beeinflussen und/oder kontrollieren zu können. In diesem Sinne liebe Blogleser. Lasst Euch doch dieses Jahr mal so ein Ding von Brüdern, Kindern oder Enkeln schenken. Auch – oder gerade!!!- wenn diese Technik nicht mehr eurer Ding ist. Denn um die bedienen zu können, da müssen Eure Leute bei euch sein. Via whatsapp, skype, telegram oder Team Viewer.

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