Die Sache mit den Abkürzungen . . .

. . . oder warum die Oma dabei immer noch auf die Nase fällt

Dass der kürzeste Weg keinesfalls immer der beste ist, das sollte man irgendwann in einem so langem Menschenleben wie meinem mal geschnallt haben. Aber denkste! Der Mensch ist eben, wie er ist. Und wenn ich die Wahl habe, dann nehme ich bis heute am liebsten irgendwo immer noch ne verlockende Abkürzung. Die ziehen mich magisch an. Über etliche Fallstricke bin ich dabei im Job, beim Wanderreiten oder in anderen Lebensbereichen schon geflogen.

Äste und Brombeerranken. Die reichen heute, um Oma zu Fall zu bringen. Da staunt der Cocker. Er hat vier Beine

Derzeit schmiere ich gerade ein schmerzendes Knie. Beim Waldlauf vorige Woche fand ich einen von schweren Forstmaschinen verschonten Trampelpfad nämlich deutlich lukrativer als die völlig zermatschten und zerfahrenen Hauptwege. Das Hundchen war auch dafür. Matsch unter Bauch und Pfoten, das ist eklig. Das mag Darja nicht. Ach ja – und wir wussten auch, wohin die Abkürzung führt, obwohl von unserem “Hauswald” kaum noch sowas wie Wald übrig ist. Ach ja und Umkehr? Auf dem gleichen Weg zurück? War für mich noch nie eine Option. Also voran und durch. Und dann schnippte sie eben von unten hoch: die fiese andere Hälfte des Astes, auf den ich latschte. Nur so bis in Knöchelhöhe. Aber ausreichend als Fallstrick. Das Hundchen staunte über meine plötzliche “Platz”- Übung, schnallte aber umgehend, dass mit ihrem fluchenden und hinkendem Frauchen gerade keine weiteren Such- und andere Spiele mehr zu machen sind.

Es gibt eben Leute, die immer wieder einen schnelleren und kürzeren Weg wählen wollen. Denen ist nicht zu helfen. Sie werden es wieder tun. Hin und wieder stolpern. Aber am Ende ihrer Wege und ihres Lebens werden sie nicht nur die langweiligen und geraden Strecken gegangen sein.

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