Von ehrlichen Zittauer Findern . . .

. . . und wie Oma ihren Führerschein wieder mal wieder bekommen hat

Glück gehabt!! Nach zwei angstvoll-verärgerten Tagen ist die Geldtasche wieder an ihrem Stammplatz. Und ein mindestens zehn Tonnen schwerer Lausitzer Granitbrocken ist mir von der Seele gepoltert. Wer selbst schon einmal Ostereiersuchen um Autoschlüssel, Telefon oder die Mappe mit den Ausweisen absolviert hat, der lächelt jetzt wissend. Wenn mal was verschwindet ist, bricht ja keinesfalls sofort die große Panik aus. Zuerst einmal sucht der Mensch – anfangs noch ziemlich cool – und seiner Schussligkeit gewiss an den üblichen Stammplätzen. Erst, wenn weder an diesen üblichen, noch an den sonstigen Fleckchen der vermisste Gegenstand auftauchen will, steigt der Blutdruck, wächst die Hektik und kalte Angst beginnt ganz langsam den Rücken hoch zu kriechen.

Sie ist wieder da – die speckige braune Geldtasche. Ich denke dankend an den unbekannten Aldi-Finder.

Die Suche wird intensiviert. Der Herzschlag auch. Das Stresslevel der teuren Smartwatch geht durch die Decke. Weil sich in Haus und im Auto immer noch nichts findet, setzt sich Oma zwischendurch mal auf den Stuhl und stöhnt “ooohhhmmm”. Ganz ruhig bleiben. Wo gottverdammich hab ich die Geldtasche zuletzt gesehen oder in der Hand gehabt? Also Leute, wenn die in den Tatort-Krimis immer noch nach drei Wochen wissen, wo sie vor drei Wochen an einem Dienstag früh gewesen sind: das ist doch Gespinne. Es sei denn, man hat schon die neue Corona Luca-App wie mein Bruder.

Tag zwei ohne Geld und Papiere. “Lass wenigstens die Karte sperren”, rät die Nachbarin. “Ruf beim Fundbüro an”, meint eine Hundefreundin. Selbst in der Nacht bin ich mehrfach durchs Häusle gegeistert, um jedesmal, wenn mir eine Idee kam, überall die Möbel abzurücken oder mit ner Taschenlampe das Auto zu durchsuchen. Aber es wurden dabei nur haufenweise Wollmäuse gefunden. Immerhin. Mit viel entspannenden “ooohhhmms” und Gehirnakrobatik zwischendurch hab ich den Verlustzeitraum und – ort ganz eng eingrenzen können. Der aldi wars. Und zwar am Dienstag. Da hatte ich zuletzt zahlen müssen. Und genau beim aldi fand sich dann meine verlorene bzw. nach dem Einkauf liegen gelassene Geldtasche auch wieder an. Ein Kunde hatte sie aus dem Einkaufswagen gefischt. Ich weiß nicht, wer er oder sie gewesen ist. Aber es ist so toll, dass es ehrliche Finder gibt. Und die ganze aldi-Truppe an der Leipziger Straße ist auch ne ganz dufte “Nummer”. Anders als z.B. in städtischen Fundbüros kriegt man dort schnell und ohne Aufwand wieder, was man dort verloren hat.

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