Das mache ich doch mit links . . .

. . .dachte die Oma und kniete auf dem Küchenboden

Ein Dauerregentag in der sonst so schönen Oberlausitz. Das Cockerchen steht in der Haustür und will nicht mal mit Mäntelchen bei so einem Hundewetter raus. Ich auch nicht. Was also außer Lesen oder blöder Hausarbeit tun? Beim Nachbarschaftskaffee trug ich der Elke von nebenan den Plan vor: Man könnte doch den tief durchgelatschten Bodenbelag in der Küche mal wechseln. Das fand meine 75-jährige Lieblingsnachbarin toll. “Zack, zack, ist das doch in der winzigen Bude mit dem Cattermesser raus geschnitten”. Es sah auch – so wie sie mir das erklärte – total einfach aus. Nur ist sie eben handwerklich taff, während ich vier linke Hände und beim Handwerkeln nie wirklich einen Plan habe.

Man sollte gut überlegen, was man mit Regentagen außer Gassigehen so anfängt.

Kaum war Frau Nachbarin mit ihren lockeren Sprüchen in Sachen Küchenboden wieder aus dem Haus, suchte ich das Cattermesser aus der Werkzeug-Rumpelkammer. Kniete danach auf einem zweckentfremdeten Cockerkopfkissen in der Mini-Küche und schnippelte den vor 12 Jahren über die uralten DDR-Fliesen gepappten Belag wieder ab. Das Ergebnis? Eine mittlere Katastrophe. Sowohl irgendein Maler als auch der Fußbodenverleger hatten vor vielen Jahren ihre Spuren in Form von Klebe- und Farbresten dort hinterlassen. Wahrscheinlich hatte ich denen damals sogar gesagt, dass sie mal schnell und preiswert drüber handwerkeln sollen. Aber das sollte man Handwerkern aber nie sagen!!!

Nach drei Stunden spachteln, schrubben und fluchen sah das dann so aus – hier darf immer noch keiner rein.

Ein typischer Fall von Größenwahn. Weiß ich doch seit mindestens 65 Jahren, dass man mit mir zwar Pferde klauen und Hunde retten, aber nie nicht pieksauber ne Bude putzen, schick renovieren oder gar Möbel kunstvoll streichen kann. Welcher Affe mich also jetzt mit dem sprichwörtlichen Klammerbeutel derart gepudert hat dass ich mit lahmen Kreuz und zwei linken Händen ausgerechnet ne Fußbodenerneuerung auch nur ins Auge gefasst habe?

Wie es weiter gehen soll? Nun – ich hab schon eine vage Vorstellung. Nee, ne!! Keinesfalls kaufe ich neuen Belag und gehe noch mal selbst auf die Knie, um alles noch weiter zu verpfuschen. Vielleicht kann dieser Fußboden mal zu Kaffeethema werden. Wenn handwerklich rechtshändig geschicktere Leute (bevorzugt ohne kaputtes Kreuz oder malade Kniescheiben) zu Besuch kommen. Und die vielleicht so leichtsinnig sind, sich zu der Behauptung, das würden sie doch mit links machen, zu versteigen.

Dann nehme ich sie sofort beim Wort!!!

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