Der Cocker auf dem Weg zum tollen Hund

. . . oder wie wir dazu unterwegs Reiter und Maschinen spontan zum Üben nutzen

Hundemenschen wissen nie, wer oder was ihnen auf Gassirunden begegnet. Gerade deshalb ist jede Runden immer spannend. Weil – das flüchtende Reh von gestern – es kommt heute hier garantiert nicht mehr vorbei. Aber das Cockerchen erwartet es. Wird schon vor der Stelle hippelig. Gelegenheit, rechtzeitig mit bekannten kleinen Gehorsams- oder Suchübungen vom aufwallenden Jagdeifer ab- oder diesen umzulenken. Zum Beispiel abwärts. Auf Mäuselöcher, die sich vor unseren Nasen massenhaft auf Wiesen finden. Zugegeben, Ablenkungen sind nur so kleine Kniffe bei der Hundeerziehung. Funktionieren auch nur, wenn zwischen Mensch und Hund sonstigs Miteinander stimmt. Sowas wie richtiges Timing, die Balance zwischen Action und Ruhe, zwischen Lob und Kritik, Vertrauen u.v.a.m. Dinge, an denen wir Hundehalter lebenslänglich arbeiten.

Hier brettert der der Landwirt mit Traktor gerade volle Kanne an. Drei Meter zwischen ihm und dem Cockerchen. Zehn Meter zu mir, als ich aus der Ferne die Aufforderung zum Ablegen gab. Ich bin so stolz auf meine Darja.

Zurück zum Gassi . Neben Wildtieren und Landmaschinen kommen immer wieder diverse andere “Übungsgelegenheiten” vorbei. Füchse, Jogger, Radler oder Kindergruppen. Unplanbar. Eben gelegentlich. Solche Gelegenheiten muss man beim Schopfe greifen. Funktioniert jetzt zuvor oder daheim Geübtes auch? Kann man die Schwierigkeiten steigern? Ich habe zu diesem Zwecke schon etliche unbekannte Menschen in meine Hundeübungen einbezogen. Weil ich nie genau weiß, ob Darja als große Angsthäsin vor dem Herrn evtl. mit Angstkläffen oder mit Flucht reagiert.

Diese Reiterin kommt ziemlich nahe flott angetrabt. Und dann trotzdem leinenlos sitzen bleiben zu sollen, das ist für Darja nicht leicht. Da muss nicht nur das Kommando sitzen, sondern auch das Vertrauen stimmen.

Bei vielen Gelegenheiten treffen wir (neben unseren alltäglichen, bekannten und örtlichen Hundefreunden) auch Leinenhalter, die sich schon angesichts eines anderen Wuffs am Horizont mit ihrem wüst zerrendem Liebling lieber weitab in die Büsche schlagen. Oder jenen, die schon aus 100 Metern Entfernung lauthals rufen, “Ist das ein Junge oder ein Mädchen? Mit Jungs kann meiner nämlich nicht.” Oder Leuten, die allen Ernstes sogar noch stolz darauf sind, wenn ihr am Glitzersteingeschirr zerrender und wüst keifender Mini scheinbar nicht mal Angst vor ganz großen Artgenossen hat. Und der deshalb – wüst angstkeifend – von der Mami schnell hoch auf den Arm genommen werden. .

Jogger – die kommen andauernd und überall angezscht. Aber auch mit denen muss Hundchen leben können.

Wenn mein Cockermädchen keifende Minis ignoriert, sich neben Traktoren ablegen und von flüchtenden Rehen abrufen; aber auch in Städten gut dirigieren lässt, dann ist ein Miteinander mit Hund toll,

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