Letzte Worte für meine 100-jährige

Unsere Glückskatze Kismet – sie ist jetzt weit hinter dem Horizont

Natürlich kullert mir heute doch ein Tränchen auf die Tastatur. Aber nur ein Klitzekleines. Denn diese dreifarbige Mieze – sie hat ein sehr langes und ein wirklich schönes Leben bei uns gelebt. Sie musste nie zu neuen Leuten umziehen, nie ihr Revier verteidigen. Sie durfte immer “außer Haus” und ging zeitweise sogar mit mehreren Hunde auf deren abendliche Gassirunden. Und als sie alt und älter wurde, konnte sie sich darauf verlassen, dass “ihre” Hunde das Grundstück frei von der Konkurrenz hielten.

Die schicke Dreifarbige in ihren besten Jahren. Jetzt nicht nur ihren Körper zu begraben, sondern sie so in Erinnerung zu behalten, wie sie als Persönlichkeit und im Wesen war: auch das finde ich wichtig.

Beachtliche 21 Jahre hat die Miez geschafft. 21 Jahre hat sie mich und nacheinander vier Hunde im Dorf und in unserem Leben als große Hundefreundin begleitet. Und zuletzt ging es ihr, wie eben uns alten Menschen auch. Man hört nix mehr. Die Knochen werden steif. Das Aufstehen und/oder das Niederlegen schmerzt, Die Blase drückt, oder man hat vergessen, wo das Klo ist. Mein unterer Hausflur war schon das letzte Jahr Futterplatz, Bett und schnell erreichbares Klo für die 100-Jährige.

Kismet 2007 mit Josi. Auch mit diesem Hundchen war sie ein Herz und eine Seele.

Heute 9 Uhr habe ich die Katze noch ein letztes Mal zum Tierarzt gefahren. Sie hatte schon Schmerzen. Ich habe bemüht ganz locker flockig getan. Denn das muss man als Tierbesitzer beim letzten Gang drauf haben. Damit nicht zu den Schmerzen für das Tier noch die Ängste kommen, weil Frauchen Rotz und Wasser heult. Liebe Tierverabschieder: heult bitte erst hinterher!!! Bleibt in den letzten Momenten stark und streichelnd dabei.

Und liebe Tierärztin, danke dafür, dass Sie an einem praxisfreien Tag die Erlösung vollzogen.

Von ehrlichen Zittauer Findern . . .

. . . und wie Oma ihren Führerschein wieder mal wieder bekommen hat

Glück gehabt!! Nach zwei angstvoll-verärgerten Tagen ist die Geldtasche wieder an ihrem Stammplatz. Und ein mindestens zehn Tonnen schwerer Lausitzer Granitbrocken ist mir von der Seele gepoltert. Wer selbst schon einmal Ostereiersuchen um Autoschlüssel, Telefon oder die Mappe mit den Ausweisen absolviert hat, der lächelt jetzt wissend. Wenn mal was verschwindet ist, bricht ja keinesfalls sofort die große Panik aus. Zuerst einmal sucht der Mensch – anfangs noch ziemlich cool – und seiner Schussligkeit gewiss an den üblichen Stammplätzen. Erst, wenn weder an diesen üblichen, noch an den sonstigen Fleckchen der vermisste Gegenstand auftauchen will, steigt der Blutdruck, wächst die Hektik und kalte Angst beginnt ganz langsam den Rücken hoch zu kriechen.

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Die Sache mit den Abkürzungen . . .

. . . oder warum die Oma dabei immer noch auf die Nase fällt

Dass der kürzeste Weg keinesfalls immer der beste ist, das sollte man irgendwann in einem so langem Menschenleben wie meinem mal geschnallt haben. Aber denkste! Der Mensch ist eben, wie er ist. Und wenn ich die Wahl habe, dann nehme ich bis heute am liebsten irgendwo immer noch ne verlockende Abkürzung. Die ziehen mich magisch an. Über etliche Fallstricke bin ich dabei im Job, beim Wanderreiten oder in anderen Lebensbereichen schon geflogen.

Äste und Brombeerranken. Die reichen heute, um Oma zu Fall zu bringen. Da staunt der Cocker. Er hat vier Beine
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Ach du armer deutscher Wald . . .

. . . oder wie traurig dieser hier derzeit anzusehen ist

Kein schöner Anblick – diese letzten einsamen Fichten. Er ist bitter anzusehen, der Borkenkäferkahlschlag im Zittauer Stadtwald.

Früh noch schnell mit Hund frische Luft und Waldduft genießen. Die Seele dabei in der Natur baumeln lassen. Eine Prise Glück tanken. Sich fit laufen. Dabei ein paar Spuren raten und den Vögeln lauschen, Beeren pflücken und Pilze oder Naturdeko suchen. Ja, auch Hunde beschäftigen und waldtauglich erziehen. Das alles und noch mehr war für mich jahrzehntelang der Wald. Nun sollen es also nur der Klimawandel und der Borkenkäfer sein, die Schuld am Waldsterben sind? Nicht etwa die “industrielle Massenbaumwirtschaft” mit Monokultur und mächtig Ertragsdruck? Lange hab ich – bin schließlich nur Waldgast – alles geglaubt, was da so als Dringlichkeiten zum Schutz des Waldes beschlossen, gesteuert und uns gesagt worden ist. Erste Zweifel gab es schon, als mir dieser Typ was vom geheimen Leben der Bäume erzählte.

Das hier war mal ein richtiger Wald. 2021 ist der Anblick aber sehr verstörend. Die Fichten sind hin. Wege und Waldboden links und rechts unter den Reifen der “Schlachtmaschinen” zermahlen.

Noch vor zwei Jahren habe ich mit Darja genau da Pilze gesucht und viele (nicht nur Parasole) gefunden. Aber Pilze und Bäume brauchen einander.

Nein – ich verstehe es nun nicht mehr. Was da jetzt im Wald so läuft bzw. täglich kreischend und ganzjährig Bäume schreddert und überall Wald vernichtet, das ist so ähnlich wie der momentane Kampf unserer Oberen gegen Corona. Reiner Aktionismus, der nix bringt. Um das zu erkennen, muss man nicht Forstwirtschaft oder Medizin studieren. Ach ja – und wer mit Wäldern so wie derzeit umgeht, der muss eigentlich auch keine Wolfsmanagements oder Wolfsbüros mehr einrichten, denn in solchen Wäldern wollen und können Wölfe gar nicht leben.

Wir beim Tierarzt . . .

. . . oder wie wir Hundehalter uns darauf ein wenig vorbereiten können

In meinen vielen Pferde-, Hunde- und Katzenhalterjahren habe ich schon in sehr vielen Wartzimmern von Tierärzten gehockt. Dort mindestens einen 911er Porsche (gebraucht freilich) gelassen. Aber was tut man nicht alles für seine geliebten Vierbeiner? Wir tun so vieles. Aber gerade einige wichtige und grundlegende Basics – unter anderem in Sachen Tierarztbesuch – leider nicht. Dabei ist es relativ einfach, einen Hund zu konditionieren. Wer das nicht mag oder kann, der sollte zumindest so etwas wie einen Tierarztknigge anstreben. Wenn Tierärzte nämlich via Aushang darum bitten müssen, dass ihnen nicht an die Blumenkübel vor dem Wartezimmer gepisst oder mitten ins Familiengehöft geschissen wird, dann ist das zum Fremdschämen. Markierend überall rumpieseln – das hat der Wauzi doch vorher daheim gelernt. Jeden Artgenossen überall anzukeifen ebenfalls.

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