Verlorene Handschuh statt Hasen

… oder wie sich Oma für ihre Cocker um Jagdersatz müht

Dieser Tage habe ich mal wieder einigen großstädtischen Cockern zu-oder nachgeschaut. Wie sie da so wunderschön frisiert, pieksauber und freundlich wedelnd gediegen durch Parkanlagen wandeln. Meine Cocker sind selbstredend ebenfalls wunderschön und freundlich. Und zumindest die Dame Darja kann auch total vornehm wandeln. Aber ansonsten wissen die zwei Halbhohen auch, dass es spannenderes gibt, als mit mir Oma dreimal täglich brav ums Eck oder um drei Ecken zu gehen, damit ich meine 10 000 Schritte und sie ihren Auslauf schaffen. Sie sind gezüchtete Stöberhunde, die Jägern das Wild aus Schilf oder Dickung hoch und vor die Flinte zu treiben hatten. Eigens dafür sind diese zig verschiedenen Spaniels gezüchtet worden.

Mein Cockerdoppel – denen muss man keinen Pullover stricken oder Glitzerhalsbänder kaufen, um ihnen was Gutes zu tun. Denen muss man Aufgaben geben.
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Wo ist sie nur – meine Brille?

. . . oder Omas Angst vor der Verblödung durch Alzheimer

Also Leute, ich fürchte, der unheimliche gehirnfressende Alzheimer, der wohnt schon klammheimlich bei mir. Aber egal, ob ich das Freunden oder Verwandten gegenüber gelegentlich schamvoll gestehe, weil ich meine Hundeleinen oder die Erinnerung an das Mittagessen vorhin suche: die winken alle immer heftig und freundlich ab. Schließlich verlege ja jeder mal was oder suche nach dem Namen einer Gaststätte oder eines Schauspielers. Nein – sie wollen es nicht wissen!

Die zwei Cockerchen, die dirigiere ich freilich noch mit Namen und Geschick. Und mit denen fühle ich mich jeden Tag noch richtig gut. .
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Warnung – vor jedem Wetter!

. . . oder wie Oma und andere von Wetterfröschen veralbert werden

Tja, der bedrohliche Wintersturm “Sabine”. Der erwies sich doch nur als ein Sabinchen. Tagelang mit immer neuen Warnungen und schlimmsten Schlagzeilen angekündigt, versetzte er für den 9. und 10. Februar 2020 ganz Deutschland in den Ausnahmezustand. Fussballspiele und Flüge wurden abgesagt. Die Bahn warnte vor Ausfällen, Schulen wurden geschlossen und Autofahren sollten alle Ferienreisenden auch nicht. Und dieser Winterwind, der war nicht etwa vom 100 jährigen Kalender orakelt worden, sondern von zig hoch technisierten Wetterwissenschaftlern mit Sorgenfalten vor Fernsekameras und Streams angekündigt und erklärt.

Ein unschuldiger und wunderschöner Himmel. Doch immer häufiger wird jeder anrollende Wintersturm zur großen Panikmache genutzt.
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Eine große Lady ist gegangen

Ebony wird wie alle vor ihr immer in unserem Herzen bleiben

Dieser Post, er ist meine ganz persönliche Reverenz an eine Riesenschnauzerhündin, die fast 12 Jahre zu uns und unserer Familie gehörte. Ebony von der Satansmeute hat es fast bis zum 12. Lebensjahr geschafft. Wir haben sie am 4. Februar 2020 in Würde gehen lassen müssen.

Der an der Elbe aufgewachsene Hund war Zeit seines Lebens ein großer Planscher vor dem Herrn. Zu aller Not auch in der Gartenwanne.

Sie war freundlich, wachsam und sehr souverän. Immer für ihre Menschen da und eine ganz liebevoll erziehende Tante für das kleines Cockerchen von der Cockeroma. Zuletzt hat sie noch als freundliche Chefin unseres kleinen Rudels in und ums Haus Regie geführt. Denn Eby konnte den wild düsenden Cockern zuletzt nur noch hinterher sehen. Sie war selbst nicht mehr so gut zu Fuß, hörte nichts mehr und da wuchs etwas im Bauch.

Nee Lütte, ich bin Bestimmer und sag dir, wann du das Plüschtier kriegen kannst.

Jeder von uns, die wir Hunde, Katzen oder Pferde halten weiß: sie leben nicht so lange wie wir. Wir müssen also immer welche gehen lassen und immer wieder entscheiden, wann und wie unsere Tiere gehen dürfen. Aber jeder von uns behält sie lebenslang im Herzen.

Auf der Jagd

. . . oder Omas Kompromisse mit ihren beiden Stöberhunden

Und wieder ist es passiert. Nur ein halbes Minütchen hab ich neulich der netten Besitzerin eines netten Stafford-Terriers meine ungeteilte Aufmerksamkeit gewidmet, als wir uns auf der Morgenrunde zwischen Teich und Wald trafen. Die drei Hunde tollten fröhlich miteinander auf der Wiese. Wir Besitzer schwätzten. Dann bekamen meine Cocker aber was in die Nase. Und weg waren sie – ehe man noch die Hand heben oder Stopp brüllen konnte Man hörte sie dann im Busch. Ich bin ja kein Jäger, kann aber mittlerweile ganz gut zwischen Spur- und Standlauten unterscheiden.

Mein Duo Infernale. Zwei tolle und zu 98,8% gehorsame Hunde. Nur wenn sie schon so gucken, geht besser einer an die Leine, um plötzlichen Hörstürzen und unerlaubten Jagdausflügen vorzubeugen.

Beide dieser Jagdlaute bekam ich an diesem Tag zu hören. Mal links, mal rechts, mal schon seeeehr bedenklich in Straßennähe. Eine Viertelstunde? Nee Leute! Zeit bekommt eine völlig andere Bedeutung, wenn einem der Hund stiften gegangen ist. Da ziehen sich Minuten zu angstvoll gefühlten Stunden. Außerdem wusste noch die Besitzerin des nicht mit meinen “Jägern” abgepesten Listenhundes zu berichten, dass sie auf dem Hundesportplatz erst dieser Tage wieder die hiesigen Wölfe heulen gehört hätten. Na danke! Und schöne Scheiße! Meine armen kleinen Cockerchen, die stürzen jetzt also entweder Jägern als bös wildernde Hunde vor die Flinte, rennen dem Wolf vor den Fang, rasen in ein Auto oder – am wahrscheinlichsten – einer Wildschweinrotte vor deren Frischlinge.

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