Eine alte Bankkarte ist wieder da

. . . oder wie verlorene Geldkarten und Ausweise wieder aufgetaucht sind

Die Geschichten, die das Leben für uns schreibt: die sind manchmal spannender als Ausgedachtes. Und es war eine schlimme Geschichte. Damals im Sommer vor 13 Jahren. Ich hatte der Tochter generös verkündet, ihre große Freundes-Party zum 25. zu finanzieren. Und dann vor Beginn journalistischen Abenddienstes als Beobachter der Olbersdorfer Gemeinderatssitzung schnell am dortigen Automaten noch das “Partygeld” geholt.

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Nein – friss das nicht!!

. . . oder wie die Oma in den Corona-Verbotszeiten Gassi für Giftködertraining nutzt

Ja, selbst in unserer kleinen ostsächsischen Provinzstadt gibt es sie: die feigen und fiesen Typen, die sich an der Qual und dem Leid anderer ergötzen. Und Giftköder für Hunde und Katzen auslegen. Ich bin alarmiert. Hatte mir ja schon früher vorgenommen, dem intelligenten Prinzesschen Darja beizubringen, nix zu fressen, was auf dem Boden liegt. Aber das Vorhaben rutschte dann bei der Betreuung von erst drei und dann zwei Hunden irgendwie immer hinten runter. Außerdem sind Cocker “Fressmaschinen”.

Das kleine weiße Fitzelchen am unteren Bildrand, das ist ein zerknüllter Briefumschlag mit Wurstzipfel. Hab ich zu Übungszwecken am Wegesrand diskret fallen lassen. Fürs Gucken zu mir gibt es dann Leberwurst.

Ich hab die Anleitung via youtube von einer tollen Frau, die ihre Anleitungen verständlich und nachvollziehbar macht. Und die ich gern irgendwann noch mal persönlich kennen lernen möchte.

Hier finden Hundeleute nicht nur das Giftködertraining, sondern auch viele andere Anleitungen. https://www.youtube.com/results?search_query=giftk%C3%B6dertraining+salostowitz

Zurück zu meinem Prinzesschen. Die hat doch eins, zwei und drei sofort und fix begriffen, wie toll leckere Tauschgeschäfte funktionieren. Man zeige seinem Frauchen einfach allen Essensmüll am Wegesrand (wie Wurstpappen, leere Eisbecher usw.) an und die jodelt dann freudig ihr selbst ernanntes Anti-Giftköder-Wort und reicht was aus der Hand runter.

Papiertüte, Kaffeebecher und Leberwurstdose – alles mit lecker Sachen bestückt -dienen uns unterwegs als Parcours für das Training. Natürlich nicht wie hier auf einem Haufen, sondern unbemerkt über größere Strecken verteilt.

Dumm nur, dass mein kluges kleines Hundchen einen IQ von mindestens 120 hat. Und haarscharf schlussfolgert: wenn man unterwegs Müll bis hin zu den vollgerotzten Tempos anderer Leute anzeigt, gibt es im Gegenzug ein Leckerchen. Genau an den Punkt bin ich beim ersten Versuch eines Giftködertrainings vor Jahren schon mal gescheitert. Aber jetzt kriegen wir das hin. Nach Tag 3 gibt es kein Leckerli für die Tempos anderer Leute. Und wir üben den Unterschied zwischen “liegen lassen!!!” und “such verloren”, wo nämlich mein Hündchen seit Jahren Handschuhe, Nachbarinnen oder anderes auf Kommando sucht und findet.

Allein unterwegs

Entdeckungen in Zeiten des Kontaktverbotes

Es ist Corona-Zeit in Sachsen. Und gerade mal die erste Woche mit dem Ausgangsverbot herum. Cockerchen Darja und ich sind deshalb immer allein und beizeiten unterwegs. Sprich: Wir gehen dahin, wo uns möglichst keine oder wenig andere Menschen begegnen. Das ehemalige Landesgartenschaugelände am Olbersdorfer See gehört dazu. Und der Berzdorfer See bei Görlitz. Und die abgelegenen Wege im Zittauer Gebirge. Bei diesen Sologängen tanken wir nicht nur die frische Luft plus Vitamin D, sondern derzeit entdecken links und rechts der Wege auch viele bisher übersehene Dinge.

Am Olbersdorfer See entdeckt: die Erinnerungstafel an einen Menschen, der sich bei Entstehung dieses Sees als Wegewart engagierte. Schön, wenn ein Mensch solche Spuren hinterlässt.
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Das entschleunigte Leben

. . . oder wie Oma in Corona-Zeiten zwischen Furcht und Ignoranz laviert

Risikogruppe hin oder her: noch vor anderthalb Wochen ging sie mich einen feuchten Kehricht an – diese ganze Corona-Panik. Ist doch für Omas wie mich der Kreis der Kontaktpersonden deutlich kleiner als für Bundeskanzlerin Merkel. Müssen wir Omas nicht mehr täglich mit Bahn oder Bus zur Arbeit, keine Kinder in die Schule chauffieren usw. Und dürfen immerhin noch mit dem Hund Gassi.

Kaffee trinken – aber halt nicht mehr mit Bekannten im Cafe. Aus Angst vor Ansteckung oder angesteckt zu werden akzeptieren Millionen Menschen derzeit die Freiheitsberaubungen.Foto: Pixabay,
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Zittau – eine abgesperrte Stadt

Oder wie es uns mit Elektrozäunen und Corona-Barrieren so geht

Alles ist plötzlich anders. Die Stadt, in die ich fast täglich zum Einkaufen oder zu Besorgungen fahre – die ist seltsam geworden. Gestern noch standen lange Autoschlangen von Tank-Touristen an den beiden Grenzübergängen zu Polen. Jetzt stehen dort Sperrgitter und frierende polnische Polizisten.

Tag eins der Corona-Sperren an den Grenzen des sächsischen Dreiländerecks. Der 15. März anno 2020.

Europa? Es war nie so fern und doch nie so gemeinsam wie jetzt. Gerade weil gegen Corona alle Welt derzeit heftig und weltweit mit Sperren, Verordnungen, Verboten hantiert und “reagiert”. Und dadurch wird es plötzlich auch still hier. Die Tanktouristen müssen vor der Grenze umkehren, die Sonntags-Tschechien-Mittagesser daheim bleiben.

Aber nicht nur wir Menschen sind jetzt abgezäunt. Damit die hiesigen Massentierhalter für ihre Billigschnitzel so weiter machen können wie bisher – und wohl nur dafür – entstanden diese Elektrozäune u.a. neben Bundesstraßen und unserem hiesigen Grenzfluss Neiße.

Aber nicht nur das neue C-Virus bestimmt derzeit unser allgemeines LEBEN und schränkt es ein. Auch die “schweinischen” Massentierhalter bekamen zuvor schon vom Staat und dem beauftragtem THW staatliche Unterstützung. Wir haben diese verdeckte Staatsfinanzierung der Unterstützung der Massentierhaltung bislang nicht so wahr genommen. Aber man baute und bezahlte den Landwirten Zäune gegen wilde Schweine, die keine Grenzen kennen und Schweinepest (bei uns aus Polen) ins Land und die Ställe bringen könnten. Das ist Wirtschaftsförderung für die Massen-Mäster. Die dürfen trotz immer noch in tierschutzwidrigen Ständern fixierter Sauen und Spaltenböden immer noch so weiter machen wie bisher. Dürfen sie wirklich? Sollen wir das weiter dulden?

Tag zwei der Grenzsperren und Tag eins der Schulschließung

Es gibt keine leeren Regale bei Aldi und anderen. Auch keine “ausverkauft”-Schilder in den Apotheken. Provinz hat eben auch Vorteile. Ganz ohne Verbotsschilder am Eingang halten die Kunden von sich aus Distanz. Hut ab vor unserem Oberbürgermeister. Der hat im Regionalfernsehen Lausitz-TV gut rübergebracht, was Stadt und Kreis als Krisenmanagement jetzt tun. Und danke Susi W., dass Du uns den Link mit seiner Ansprache geteilt hast. Hundeleute sind natürlich trotzdem unterwegs. Aber wir umarmen uns ja nicht bei Begegnungen unterwegs, sondern “bekaspern” mit Abstand in jeder Hinsicht die Lage.