Ausgeträumter Hybridtraum

. . . oder wie die Oma an ihren wirklich allerletzten Autokauf geht

Heute trafen Frauen zweier Interessengruppen aufeinander. Hier die nette und äußerst sachkundige Verkäuferin des Autohauses. Auf der anderen Seite des Tresens ich: die Oma. Wild entschlossen, das allerletzte Auto meines Lebens so günstig wie nur irgend möglich zu erhaschen. Jede von uns hatte spezielle Vorgaben. Meine waren neben dem vom Kontostand gesetzten Rahmen die Dringlichkeit, den in die Jahre gekommenen Colt zu verabschieden, bevor er die halbe Rente schluckt. Die Verkäuferin wiederum muss an ihre Provision und die Zukunft der Firma denken. Wollte der Oma dabei aber immerhin keinen Neuwagen plus Kredit aufschwatzen.

Das derzeitige Hundeauto – klein und japanisch zuverlässig. Aber kein hochwertiges Verkaufsobjekt mehr.
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Post vom Finanzamt

. . und Oma wütet, weil sie sammeln, rechnen und zahlen muss

Bevor ich hier meinem Ärger über das Steuersystem Luft mache: ich hab die erste Hälfte meines Lebens in der DDR verbracht. Da muss es zwar auch so was wie Steuern gegeben haben, aber davon haben wir kaum was gemerkt. Heute sieht das anders aus. Ich muss nachzahlen. Die Rente ist zu hoch geworden. Die Post vom Finanzamt liegt mir schwer auf der Seele. Ich springe also wie Rumpelstilzchen umher.

Steuerformulare und Abzüge werden jetzt auch für Senioren zur jährlichen Herausforderung. Foto: Pixabay
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Schwanenmutter Julia ist zurück

Von ihren sechs Küken sind jetzt nur noch zwei am Leben

Nimmt es doch noch eine gute Wendung? Das Schwanendrama am unteren Schlegeler Teich? Seit vor einer Woche erst die sechs kleineren Schwanenküken von ihrer Mutter und tags darauf ein einzelnes größeres Küken abrupt von seinen beiden Eltern verlassen worden sind, linsen wir “Teichgänger” jeden Morgen zaghaft und sorgend bei Ankunft hinter der Ligusterhecke hervor auf die Uferwiese. Wie viele Küken werden wohl heute noch übrig geblieben sein? Holte sich doch jede Nacht der Fuchs eines der Kleinen für seine Jungen.

Doch seit dem 2. Juli ist die allein erziehende Schwänin Julia zurück. Von ihren sechs Küken sind nur noch zwei übrig. Dafür ist das zugezogene “feindliche” Schwanpaar, das zuvor ihren Partner vertrieben hatte, auch verschwunden. Foto: Fehrmann

Anemone vom Natur- und Teichverein Schlegel hatte den rothaarigen eleganten Kükenräuber sogar mal bei seiner abendlichen Futtersuche beobachten können. In ihrer elternlosen Not und Verlassenheit hatten sich die sechs kleinen und das größere Küken des zweiten Paares zusammen gefunden. Aber kleine “Kinder” so ganz allein, die sind eben auch zusammen gekuschelt weder wehrhaft noch schnell genug, um Gefahren trotzen zu können. Und so schrumpfte die Kükenschar. Guckt einfach das nächste Bild nur dann an, wenn Ihr aushalten könnt, dass wir Menschen auch Tiere essen.

Vom großen Einzel-Schwanenküken sind nur diese Reste geblieben. Foto: Fehrmann

Ja, die Natur. Mit ihrem Recht des Stärkeren. Fressen und gefressen werden. Das ist grausam. Aber wir Menschen haben nicht das Recht, Wolf noch Fuchs oder die aus Pelzfarmen entkommene Nerze und Waschbären sowie zugewanderte Goldschakale moralisch zu verdammen. Schließlich sind wir die größten Raubtiere dieses Planeten. Ich esse gern Fleisch, vermute aber mal ganz kühn, es würden deutlich weniger Schweinenackensteaks, Rinderfilets und Lammlachse auf Grills und in Pfannen landen, wenn wir die Tiere vorher ganz allein töten, ausnehmen, häuten und zerteilen müssten.

Eine Restidylle. Julja und ihre beiden letzten Küken am ersten Juliwochenende. Wärmt uns allen das Herz.

Doch zurück zu den Schwänen auf dem Teich. Als ich ihn heute mit Hund umrundete, wurden ich – bzw. der kleine Hund an meiner Seite – argwöhnisch beobachtet und schon aus der Ferne angezischt. Hab mich sehr darüber gefreut. Julia ist offensichtlich entschlossen, ihre letzen beiden Küken auf den Weg zu bringen.

7. 7. Happy-End in Sicht?

Wir schreiben Tag 15 nach Beginn des Schwanendramas und Tag drei nach Rückkehr der alleinerziehenden Julia zu ihren letzten beiden Küken. Sieht sehr beschaulich aus, wie die drei Restschwäne da über den Teich ziehen. Möge es so bleiben!!

Schwanenkrieg an den Schlegeler Teichen

Sechs Küken bleiben nach Kämpfen ums Revier nun elternlos zurück

Morgens Ende Juni an den wunderschönen Schlegeler Teichen in der Oberlausitz. Frösche quaken lautstark. Noch gehört das Naherholungsgebiet den Tieren. Doch die Idylle täuscht. Hier spielen sich Dramen ab. Und wir Menschen – die wir mal vorbeikommen – wir können nur zuschauen. Denn nicht nur in fernen afrikanischen Steppen bleiben die Schwächeren auf der Strecke, wenn in der Natur der Platz um das Revier entbrennt.

Vor einigen Wochen war die Schwanenwelt am unteren der Schlegeler Teiche noch in Ordnung. Mutter, Vater und sechs gut geratene Kinder. Foto: Fehrmann
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Sonntags an der Bundesstraße

. . . oder wie Oma Verbote und Begrifflichkeiten in Corona-Zeiten sieht

Wow, wer hätte gedacht, was wir alten ex-DDR-ler jetzt als Rentner noch so alles erleben dürfen. Wir dachten, nach Wende, Treuhand, Euro und den Klimademos junger Leute kann ereignismäßig in Sachen äußerer Lebensumstände nichts mehr Einschneidenderes kommen. Aber denkste!! Jetzt ist Corona. Wenn Honecker und sein Stasichef Mielke seinerzeit auf die Idee gekommen wären, dann hätten die Covid 19 erfunden und wären zur Rettung ihrer DDR anders damit umgegangen, als Ende der 60-er mit dem Hongkong-Virus in ihrem Staat Und nein. Ich will hier weder das böse Virus noch dessen zum Teil wirklich tödlich-bösen gesundheitlichen Folgen negieren und verharmlosen.

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