Prügel für Liefers . . .

. . .oder Erinnerungen an Biermann und Wandlitz in der DDR

Ich liebe ihn, den heiter-ironischen Münsteraner Tatort. Die rauchende Staatsanwältin, den kiffenden Kommissars-Papa und all die anderen eckigen Figuren. Besonders den Liefers als Prof. Börne. Ausgerechnet der fasst jetzt mediale Prügel ohne Ende ab. Sein Vergehen: Neben ihm haben es vier Handvoll Schauspieler gewagt, mit Augenzwinkern und Ironie das seit 14 Monaten mehr als misslungene und von Maskenaffären und Organisationsdebakeln begleitete Corona-Management ihrer (unserer) Regierung auf die Schippe zu nehmen. Erinnert mich ganz sehr an die DDR. Und deren Umgang mit kritisierenden Künstlern. Sagen euch Namen wie Biermann, Manfred Krug und Armin Müller-Stahl noch was?

. . . und jetzt noch die indonesische Variante. Hauptsache ihr bleibt in der Angststarre.
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Ach du armer deutscher Wald . . .

. . . oder wie traurig dieser hier derzeit anzusehen ist

Kein schöner Anblick – diese letzten einsamen Fichten. Er ist bitter anzusehen, der Borkenkäferkahlschlag im Zittauer Stadtwald.

Früh noch schnell mit Hund frische Luft und Waldduft genießen. Die Seele dabei in der Natur baumeln lassen. Eine Prise Glück tanken. Sich fit laufen. Dabei ein paar Spuren raten und den Vögeln lauschen, Beeren pflücken und Pilze oder Naturdeko suchen. Ja, auch Hunde beschäftigen und waldtauglich erziehen. Das alles und noch mehr war für mich jahrzehntelang der Wald. Nun sollen es also nur der Klimawandel und der Borkenkäfer sein, die Schuld am Waldsterben sind? Nicht etwa die “industrielle Massenbaumwirtschaft” mit Monokultur und mächtig Ertragsdruck? Lange hab ich – bin schließlich nur Waldgast – alles geglaubt, was da so als Dringlichkeiten zum Schutz des Waldes beschlossen, gesteuert und uns gesagt worden ist. Erste Zweifel gab es schon, als mir dieser Typ was vom geheimen Leben der Bäume erzählte.

Das hier war mal ein richtiger Wald. 2021 ist der Anblick aber sehr verstörend. Die Fichten sind hin. Wege und Waldboden links und rechts unter den Reifen der “Schlachtmaschinen” zermahlen.

Noch vor zwei Jahren habe ich mit Darja genau da Pilze gesucht und viele (nicht nur Parasole) gefunden. Aber Pilze und Bäume brauchen einander.

Nein – ich verstehe es nun nicht mehr. Was da jetzt im Wald so läuft bzw. täglich kreischend und ganzjährig Bäume schreddert und überall Wald vernichtet, das ist so ähnlich wie der momentane Kampf unserer Oberen gegen Corona. Reiner Aktionismus, der nix bringt. Um das zu erkennen, muss man nicht Forstwirtschaft oder Medizin studieren. Ach ja – und wer mit Wäldern so wie derzeit umgeht, der muss eigentlich auch keine Wolfsmanagements oder Wolfsbüros mehr einrichten, denn in solchen Wäldern wollen und können Wölfe gar nicht leben.

Seuchenzaun am Rande Deutschlands

. . . oder wie Oma Schweinepestmaßnahmen an der Polengrenze in Frage stellt

Wo immer man sich derzeit bei uns in Ostsachsen in den Wald wagt, schrecken Schilder. Die suggerieren, dass hinter jedem achten Baum ein verrecktes wildes Schwein liegen könnte. Und wenn, dann soll man sofort die 112 anrufen und – so stand in der Zeitung – seinem Hundi unbedingt daheim die Pfoten abwaschen. Damit die Afrikanische Schweinepest nicht bis ins Dorf oder gar den Schweinestall des grusligen und qualvollen Sauenkäfighalters oder des Massenschweinemästers getragen werden kann.

Schutz vor einer Wildtierkrankheit? Wer genau wird geschützt? An allen Waldwegen droht Angstmache.
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Den Hund stören Verbote nicht

. . . oder wie Oma mit dem Cockerchen gut durch die zweite Welle kommt

Deutschland im November 2020. Inzwischen müssen wir sogar auf Wochenmärkten und in Fußgängerzonen Masken tragen. Wieder sind Kneipen, Kinos und Theater zugesperrt. Bäder und Hotels geschlossen. Konzerte, Adventsmärkte und Karnevalsauftakte fallen weg. Fitnessstudio sind dicht und Zoos zu. Und eigentlich soll ich mit meinen Freunden nur telefonieren und sie möglichst nicht mehr besuchen. Wieder bestimmen mehr oder wenige sinnige Verbote unser aller Leben. Aber . . .

So sieht es im Sommer aus in meiner zauberhaften Oberlausitz. Kommt einfach mal vorbei, wenn der ganze Corona-Aktionismus vorbei ist.
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Ein dünner Mann mit Hosenträgern

. . . oder wie die Oma gerade den Gundermann für sich entdeckt

Liegt es nun an den immer wild-wirrender werdenden Coronavorschriften dieses so komischen Jahres 2020? Oder dem Regen, der seit Tagen von Osten her über meine Oberlausitz tropft? Oder ist das der alljährliche Herbstblues? Egal. Außer mit Hundchen geht derzeit kaum einer freiwillig vor die Tür. Und in der Regel können wir arthosegeplagten und lebensgestählten Senioren ja auch ganz gut mit diesen privaten Schlechtwettertiefs umgehen. Man muddelt dann halt drinnen rum. Und guckt mal Filme, die man sonst nicht gesehen und hört Musik, die man sonst nicht gehört hätte.

Hier bin ich zu Hause. Dieses Stück Heimat am Zipfel zwischen Polen, Tschechien und Deutschland hat was. Und Gundi- du dünner Mann mit Hosenträgern – hast mir mit Deinen Liedern unsere Heimat nahe gebracht.
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