Nicht ohne meine Fitnessuhr

. . . oder wie die Oma aus der neuen Corona-Isolation das Beste machen will

Der dritte Advent ist rum, aber von Weihnachtsstimmung keine Spur. Im Gegenteil. Selbst auf unserer einsamen Dorfstraße ist – wenn überhaupt noch wer – vorschriftsmäßig maskiert unterwegs. Es ist wieder Lockdown mit Ausgangssperren usw. Aber das Cockerchen und ich sind täglich auf Tour: in Wälder, um Seen oder ins Gebirge.

Darja stören die Ausgangsbeschränkungen und Reiseverbote nicht. Der Wald ist für sie immer wieder spannend.

Aber ich will diesmal gar nichts vom Hundchen, sondern von Omas neuen Spielzeugen erzählen. Diese Dinger hatte ich anfangs als Schrittzähler um den Hals, später im Handy integriert. Mit denen laufe ich durch die wunderbare oberlausitzer Landschaft und gegen den Diabetes und Kilos an. Zielvorgabe: 10 000 Schritte. Täglich. Draußen!! Wäre wohl mit der Uhr allein und ohne Hunde als die besten Fitnessmotivatoren der Welt nicht erfüllbar gewesen. Die Wuffs holen nämlich jeden Tag alle ihre Menschen runter vom Sofa. Immer mit ungebremster Freude – für beide Seiten.

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Lesen mit Gänsehaut

. . . oder wie Bücher im Corona-Winter die Oma das Fürchten lehren

Wenn die Tage dunkler werden und der Garten ruht – dann ist wieder Lesezeit. Bei Tee oder Rotwein und flackerndem Kerzenlicht lasse ich mich nach der nachmittäglichen Hunderunde gern in andere Welten entführen. In erdachte Welten. Neulich erwischte ich in meiner kleinen und feinen Dittelsdorfer Dorfbibliothek einen alten Thriller von Sebastian Fitzek. Einem meiner momentanen Lieblingsschriftsteller. Lest mal dessen Fiktion der “Manila-Grippe”.

Geschrieben vor sieben Jahren. Jetzt aber für mich erschreckend aktuell. Die Hintergründe und Hintermänner einer Pandemie beschreibend.
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Den Hund stören Verbote nicht

. . . oder wie Oma mit dem Cockerchen gut durch die zweite Welle kommt

Deutschland im November 2020. Inzwischen müssen wir sogar auf Wochenmärkten und in Fußgängerzonen Masken tragen. Wieder sind Kneipen, Kinos und Theater zugesperrt. Bäder und Hotels geschlossen. Konzerte, Adventsmärkte und Karnevalsauftakte fallen weg. Fitnessstudio sind dicht und Zoos zu. Und eigentlich soll ich mit meinen Freunden nur telefonieren und sie möglichst nicht mehr besuchen. Wieder bestimmen mehr oder wenige sinnige Verbote unser aller Leben. Aber . . .

So sieht es im Sommer aus in meiner zauberhaften Oberlausitz. Kommt einfach mal vorbei, wenn der ganze Corona-Aktionismus vorbei ist.
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Ein dünner Mann mit Hosenträgern

. . . oder wie die Oma gerade den Gundermann für sich entdeckt

Liegt es nun an den immer wild-wirrender werdenden Coronavorschriften dieses so komischen Jahres 2020? Oder dem Regen, der seit Tagen von Osten her über meine Oberlausitz tropft? Oder ist das der alljährliche Herbstblues? Egal. Außer mit Hundchen geht derzeit kaum einer freiwillig vor die Tür. Und in der Regel können wir arthosegeplagten und lebensgestählten Senioren ja auch ganz gut mit diesen privaten Schlechtwettertiefs umgehen. Man muddelt dann halt drinnen rum. Und guckt mal Filme, die man sonst nicht gesehen und hört Musik, die man sonst nicht gehört hätte.

Hier bin ich zu Hause. Dieses Stück Heimat am Zipfel zwischen Polen, Tschechien und Deutschland hat was. Und Gundi- du dünner Mann mit Hosenträgern – hast mir mit Deinen Liedern unsere Heimat nahe gebracht.
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Mit Mercedes in den Wald

. . . oder wie die Oma bei den Hunderunden im Busch doch mal über andere feixt

Es ist Oktober. Abnehmender Mond und patschnasser Waldboden nach einer Regennacht. Da greift der wirklich kundige Pilzsucher nicht nach Messer und Korb. Aber es ist auch Sonntag. Da greifen halt die Sonntagspilzsucher nach ihren größten Körben und fahren dann mit ihren dicken Autos bis in die Schneisenzufahrten. Vorzugsweise ab 11 Uhr bis nachmittags. Nachdem sie gehört oder gelesen haben, wie viele Steinpilze andere gefunden haben.

Dicke Autos an den Waldzufahrten. Aber Pilze haben ihren eigenen Lebensrhythmus. Das Wachstum ihrer Fruchtkörper richtet sich nicht nach den freien Tagen der Menschen.

Ich gehe bei Schlechtwetter auch in den Busch. Schließlich will das Cockerchen Darja immer ihre große Runde. Und der Wald, er ist zu allen Jahreszeiten schön. Noch!!! Wer weiß, wie lange er uns Menschen und unsere Art Waldnutzung noch aushält. Schon jetzt sind in “meinem Pilzrevier” viele Myzel zerstört, der vorher fluffige Waldboden nach Forstmaschineneinsatz betonhart und die Wege zu stinkenden Tümpeln geworden. Und von den sterbenden Fichten rieseln die Nadeln. Wenn dazwischen doch mal Pilze schießen, schleppen besonders Gierige diese sofort in Riesenkörben ab und präsentieren die “Beute” dann mit Kiloangabe im Netz. Vielleicht bin ich deshalb stinkig, wenn sonntags Leute mit dicken Autos an den Wegen parken und erwarten, dass ihnen Marone, Steinpilz und andere Waldgeschenke hopp-hopp sofort und massenhaft ins Körbchen springen.

Waldrunden ohne Korb nutze ich gern zur “Weiterbildung” Selbst wenn es wie hier kein essbarer Pilz ist – man kennt ihn dann.
. . . und verwechselt ihn nicht mit dem bekannteren Herbstpilz, den “Sonntagssucher” auch nicht mitnehmen.
Ja, und diese dicken schuppligen Dinger werden auch selten genommen und wenn – dann nur wie Schnitzel mit Ei und Panade gebraten. Was dann wie Ei und Panade und nicht mehr wie Parasolpilz schmeckt.

Ja, es gibt für mich schon zu feixen an solchen “Nachregensonntagen” bei abnehmendem Mond . Zweierlei Art von Begegnungsblicken sind besonders spannend. Zum einen der distanzierte: “Igitt, was hat die denn da gesammelt? Würden wir ja nie nehmen. Sieht schon giftig aus. ” Und zum anderen der neidische: “Woher hat die Alte jetzt die Pfifferlinge geholt, während wir nur Zermatschtes finden?” Also Leute, ich gönne Euch den Mercedes ja. Wirklich!!! Aber beim Suchen, Finden und der Kenntnis über Pilze und Liebe zum Wald würde auch ein Fahrrad genügen.

Und nach diesem Post gibt es Rehblatt von einer Jungjägerin und selbst gesammelte Oktoberpilze.