Ohne Hund wärs grad schlimm

. . . oder wie sich die Oma durch das dauernde Corona- Eingesperrtsein hangelt

Wir schreiben Mitte Januar 2021. Der zweite Corona Lockdown (übersetzt Ausgangssperre) wird gerade verlängert. Der dritte ist schon von Lauterbach und und anderen Regierungsberatern beschworen. Wer gerade raus aus den Städten in endlich mal Schnee will, der trifft auf Sperrungen, Auf Verbote. Und macht sich strafbar. Auch, wer sich aus anderen Gründen weiter als 15 Kilometer von seinem Wohnort entfernen oder gar mit Freunden seinen Geburtstag feiern möchte, wird zum Kriminellen. Oder zum rücksichtslosen “Oma-Killer”.

Blick auf mein Dorf über die Neiße und einen Streifen Polen bis zum tschechischen Isergebirge. Seit Corona sind Grenzen und Wanderwege mehr oder weniger zu oder mit Bedingungen verbunden.

Denn wir Omas sollen es ja sein, zu deren Schutz 2021 erneut das Einsperren eines ganzen Volkes und die Isolierung von Familien erfolgt. Begründet mit der Verantwortung der Politik zu unserem Schutz. Beschlossen, jetzt sogar bis 7. Februar. Obwohl genau das ja bislang nicht half. Die da oben machen trotzdem weiter. Lasst euch gesagt sein: Wir Omas brauchen keinen 15-km-Radius aller übrigen Menschen zu unserem Schutz. Wir Omas möchten unsere Enkel sehen, mal von unseren Kindern besucht werden und mit Kindern und Enkeln gute Tage oder Stunden verbringen!!! Und wir möchten auch keinem Staatsdiener erklären müssen, warum wir ins Gebirge oder zu einer Freundin fahren.

Mit Freunden unterwegs, das macht Spaß. Nicht nur den Vierbeinern.

Leute – bin ich froh, dass meine kleine Cockerine und ich hier im Dorf jede Menge Hundefreunde haben. Das ist meine private Nische in Zeiten, da uns (dreißig Jahre nach der DDR) die Freiheit wieder genommen wird. Oder die Demokratie ihre Unzulänglichkeiten offenbart? Und nein!! Ich bin kein Corona-Leugner. Werde mich auch nicht “protestierend” vor die Wasserwerfer stellen. Bin aber durchaus gespannt, wie ich und andere diese Zeit später mal sehen und werten werde.

Aber weil (nicht nur ) unser Sachsen-Ministerpräsident mangels anderer Erkenntnisse “seinem” Volk die Schuld dafür in die Schuhe schiebt, dass die positiv-Testzahlen und Sterberaten trotz des erst halben und dann seit Dezember ganzen Lockdowns einfach nicht unter die von der Politik fest gesetzte willkürliche Grenze fallen will, da wird man wohl mal fragen müssen. Danach, wie sinnvoll der angeordnete Untergang von Kultur, Gastronomie, Einzelhandel u.a. ist? Oder warum es ausgerechnet für Lufthansa und TUI jetzt die Beatmung mit Steuermilliarden gibt? Oder wie blauäugig eine Exekutive agiert, die ausgerechnet ihre zu schützenden Rentner in Apotheken schickt, damit die sich für drei Wegwerfmasken anstellen? Wie kurzsichtig ist es, wenn in Sachsen die 19 000 Pendler aus Polen und Tschechien zweimal die Woche Tests bezahlen sollen? Pendler, die als Ärzte, Pfleger, Postboten arbeiten? Über diverse Impfpannen aller Art ganz zu schweigen.

So wird es wohl noch eine Weile bleiben.

Wie schwer ist es im 21. Jahrhundert, einen Stoff bei -70 Grad zu transportieren und den dann portionsweise zu verteilen? Nun, heute gibt es so was schon über Amazon für jedermann. Vor 50 Jahren gab es das als Stickstoffbehälter für “Rucksackbullen” in der DDR. Also warum haben unsere steuerbezahlten Behörden heute ein Problem damit, die Impfe heil bis an eigens geschaffene Zentren und dann noch fix an jeweils fünf Leuteln für eine Ampulle zu bringen. Ich empfinde das, was derzeit um die Impfe läuft, als ein Armutszeugnis. Wer weder Bestellung noch Logistik, geschweige denn die Schulung von Impfenden auf die Reihe bekam, wie kann man dem trauen? Rückrufaktionen sind ja schwer möglich.

Den Hund stören Verbote nicht

. . . oder wie Oma mit dem Cockerchen gut durch die zweite Welle kommt

Deutschland im November 2020. Inzwischen müssen wir sogar auf Wochenmärkten und in Fußgängerzonen Masken tragen. Wieder sind Kneipen, Kinos und Theater zugesperrt. Bäder und Hotels geschlossen. Konzerte, Adventsmärkte und Karnevalsauftakte fallen weg. Fitnessstudio sind dicht und Zoos zu. Und eigentlich soll ich mit meinen Freunden nur telefonieren und sie möglichst nicht mehr besuchen. Wieder bestimmen mehr oder wenige sinnige Verbote unser aller Leben. Aber . . .

So sieht es im Sommer aus in meiner zauberhaften Oberlausitz. Kommt einfach mal vorbei, wenn der ganze Corona-Aktionismus vorbei ist.
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Die Prinzessin auf der Erbse

Mit Cockerhündin Darja nun wieder allein unterwegs

Es ist still geworden im Haus. Und ziemlich aufgeräumt. Niemand klaut mehr Socken und Pantoffeln oder bei Unachtsamkeit sogar unser noch ungekochtes Essen von der Arbeitsplatte in der Küche. Keiner will zuerst aus dem Gartentor hinaus drängeln oder stürmt unhaltbar zu den netten Nachbarn, die leider immer lecker Leckerchen bereit halten. Und kein altes Riesenschnauzermädchen will nur noch ganz gemach und lediglich auf kurzen Runden Gassi geführt werden.

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Zittau – eine abgesperrte Stadt

Oder wie es uns mit Elektrozäunen und Corona-Barrieren so geht

Alles ist plötzlich anders. Die Stadt, in die ich fast täglich zum Einkaufen oder zu Besorgungen fahre – die ist seltsam geworden. Gestern noch standen lange Autoschlangen von Tank-Touristen an den beiden Grenzübergängen zu Polen. Jetzt stehen dort Sperrgitter und frierende polnische Polizisten.

Tag eins der Corona-Sperren an den Grenzen des sächsischen Dreiländerecks. Der 15. März anno 2020.

Europa? Es war nie so fern und doch nie so gemeinsam wie jetzt. Gerade weil gegen Corona alle Welt derzeit heftig und weltweit mit Sperren, Verordnungen, Verboten hantiert und “reagiert”. Und dadurch wird es plötzlich auch still hier. Die Tanktouristen müssen vor der Grenze umkehren, die Sonntags-Tschechien-Mittagesser daheim bleiben.

Aber nicht nur wir Menschen sind jetzt abgezäunt. Damit die hiesigen Massentierhalter für ihre Billigschnitzel so weiter machen können wie bisher – und wohl nur dafür – entstanden diese Elektrozäune u.a. neben Bundesstraßen und unserem hiesigen Grenzfluss Neiße.

Aber nicht nur das neue C-Virus bestimmt derzeit unser allgemeines LEBEN und schränkt es ein. Auch die “schweinischen” Massentierhalter bekamen zuvor schon vom Staat und dem beauftragtem THW staatliche Unterstützung. Wir haben diese verdeckte Staatsfinanzierung der Unterstützung der Massentierhaltung bislang nicht so wahr genommen. Aber man baute und bezahlte den Landwirten Zäune gegen wilde Schweine, die keine Grenzen kennen und Schweinepest (bei uns aus Polen) ins Land und die Ställe bringen könnten. Das ist Wirtschaftsförderung für die Massen-Mäster. Die dürfen trotz immer noch in tierschutzwidrigen Ständern fixierter Sauen und Spaltenböden immer noch so weiter machen wie bisher. Dürfen sie wirklich? Sollen wir das weiter dulden?

Tag zwei der Grenzsperren und Tag eins der Schulschließung

Es gibt keine leeren Regale bei Aldi und anderen. Auch keine “ausverkauft”-Schilder in den Apotheken. Provinz hat eben auch Vorteile. Ganz ohne Verbotsschilder am Eingang halten die Kunden von sich aus Distanz. Hut ab vor unserem Oberbürgermeister. Der hat im Regionalfernsehen Lausitz-TV gut rübergebracht, was Stadt und Kreis als Krisenmanagement jetzt tun. Und danke Susi W., dass Du uns den Link mit seiner Ansprache geteilt hast. Hundeleute sind natürlich trotzdem unterwegs. Aber wir umarmen uns ja nicht bei Begegnungen unterwegs, sondern “bekaspern” mit Abstand in jeder Hinsicht die Lage.

Seltsame “Reise nach Jerusalem”

Oder wie unsere drei Familienhunde andauernd ihre Plätze tauschen

Zu jedem Kindergeburtstag und in jedem Ferienlager stand sie in meiner Kindheit als Gesellschaftsspiel auf dem Programm: die Reise nach Jerusalem. Alle rannten um einen Stuhlkreis herum, und hasteten – sobald die Musik aussetzte – hin zu einem Stuhl. Da derer immer einer weniger als Mitspieler dastanden, schied aus, wer seinen Hintern eben nicht rechtzeitig auf einen Stuhl schaffte.

Unsere bunte Truppe, hier auf ihren diversen Stubenplätzen. Alle Ruheplätzchen werden gern überall und immer gern getauscht.

Unsere Hunde finden in dem kleinen Häusle viele Plätzchen für sich. Ob Flur, Schlafräume oder Stube – sie haben überall die Wahl. Neben den eigenen Körben dürfen sie auch auf nem Schaffell oder einem extra-Hundesessel relaxen. Desgleichen vor unseren Füßen quer vor der Küchentür wie Belagerer auf den blanken Dielen liegen. Oder – aber nur auf Einladung – mal neben der Cockeroma auf Sessel oder Sofa chillen. Ungeachtet dieser vielen Platzmöglichkeiten beginnt ihre Version der “Reise nach Jerusalem” manchmal schon beim Morgenkaffee. Warum? Darüber rätsel ich schon , seit ich Mehrhundehalter geworden bin. Wer was darüber weiß? Gebt Bescheid.

Insbesondere die beiden englischen Cockerchen sind körbchenmäßig reinste Piraten. Sitzen wir früh alle links am Frühstückstisch, ist der Korb gleich dahinter ganz heiß begehrt. Schreibe ich euch abends diese Geschichten oder lese Krimis von meinem Lesesessel linker Hand, dann guckt frustiert , wer nun den Korb weit weg von der Cockeroma verpasst hat.

Und so guckt, wer gerade nicht den momentan bevorzugten Platz erwischt hat.

Und wenn mich solche klagenden Blicke treffen, dann stehe ich als Mensch von Stuhl oder Sofa schon mal auf. Schüttel die Unterlage des grad unbeliebten Körbchens auf. Rücke ein Fellchen zurecht. Dann die freundliche Einladung: “Na komm Hundchen, leg Dich hierhin!” Und dann legt sich der Hund daneben auf die blanken Dielen. Mit eben jenem Blick eines völlig vernachlässigsten Wesens, dem man unrecht tat.

Und sie funktioniert – ungeachtet aller Hundeerfahrung: die nonverbale Konditionierung von Herrchen oder Frauchen.