Seltsame “Reise nach Jerusalem”

Oder wie unsere drei Familienhunde andauernd ihre Plätze tauschen

Zu jedem Kindergeburtstag und in jedem Ferienlager stand sie in meiner Kindheit als Gesellschaftsspiel auf dem Programm: die Reise nach Jerusalem. Alle rannten um einen Stuhlkreis herum, und hasteten – sobald die Musik aussetzte – hin zu einem Stuhl. Da derer immer einer weniger als Mitspieler dastanden, schied aus, wer seinen Hintern eben nicht rechtzeitig auf einen Stuhl schaffte.

Unsere bunte Truppe, hier auf ihren diversen Stubenplätzen. Alle Ruheplätzchen werden gern überall und immer gern getauscht.

Unsere Hunde finden in dem kleinen Häusle viele Plätzchen für sich. Ob Flur, Schlafräume oder Stube – sie haben überall die Wahl. Neben den eigenen Körben dürfen sie auch auf nem Schaffell oder einem extra-Hundesessel relaxen. Desgleichen vor unseren Füßen quer vor der Küchentür wie Belagerer auf den blanken Dielen liegen. Oder – aber nur auf Einladung – mal neben der Cockeroma auf Sessel oder Sofa chillen. Ungeachtet dieser vielen Platzmöglichkeiten beginnt ihre Version der “Reise nach Jerusalem” manchmal schon beim Morgenkaffee. Warum? Darüber rätsel ich schon , seit ich Mehrhundehalter geworden bin. Wer was darüber weiß? Gebt Bescheid.

Insbesondere die beiden englischen Cockerchen sind körbchenmäßig reinste Piraten. Sitzen wir früh alle links am Frühstückstisch, ist der Korb gleich dahinter ganz heiß begehrt. Schreibe ich euch abends diese Geschichten oder lese Krimis von meinem Lesesessel linker Hand, dann guckt frustiert , wer nun den Korb weit weg von der Cockeroma verpasst hat.

Und so guckt, wer gerade nicht den momentan bevorzugten Platz erwischt hat.

Und wenn mich solche klagenden Blicke treffen, dann stehe ich als Mensch von Stuhl oder Sofa schon mal auf. Schüttel die Unterlage des grad unbeliebten Körbchens auf. Rücke ein Fellchen zurecht. Dann die freundliche Einladung: “Na komm Hundchen, leg Dich hierhin!” Und dann legt sich der Hund daneben auf die blanken Dielen. Mit eben jenem Blick eines völlig vernachlässigsten Wesens, dem man unrecht tat.

Und sie funktioniert – ungeachtet aller Hundeerfahrung: die nonverbale Konditionierung von Herrchen oder Frauchen.

Hühnersuppe für alle

Gekocht wird neuerdings auch für drei Hunde und eine Miez

Unvereinbar prallen Ansichten – ja Welten – aufeinander, sobald es um das Futter für unsere vierbeinigen Lieblinge geht. Und da ist für die meisten Besitzer nur das Beste gut genug. Für mich auch. Früher schleppte ich säckeweise teures Wunder-Spezialfutter fürs Pferd heran. Kaufte später für unsere hundertjährige Miez die teuersten und speziefischsten Oldifutterchen. Und sobald einer der drei Familienhunden sich juckte, zu stinkend pupste oder anderweitig Unwohlsein auch nur ahnen ließ, geriet das Futter unter Generalverdacht. Zu viel Getreide? Zu viel Zucker (läuft im Hundefutter unter Melasse)? Ein Zuviel an Vitaminen oder Zusatzstoffen?

Die bunte Truppe lässt es sich schmecken, da bleibt kein Krümchen übrig.
„Hühnersuppe für alle“ weiterlesen

Die Hunde der anderen

Oder – warum ich die gar nicht besser erziehen will

Also wenn ich die Nora wäre! Dann würde ich meinem Hund endlich mal vernünftiges Laufen an der Leine ohne wildes Zerren beibringen. Wie das aussieht, wenn so ein Hund sein Frauchen hinter sich her schleift und dann noch bestimmt, was an “Beute” seine ist! Das ist immer eine prima Steilvorlage für alle Hundekritiker. Und alle Hundeleute wissen schon nach einem kurzem Blick: Hier ist der Hund Chef..

Zwei Cocker und zwei Terrier. Auch da geht draußen bei gemeinsamen Gassirunden nicht alles nach Wunsch. Aber man kann daran arbeiten.
„Die Hunde der anderen“ weiterlesen

Ist ja nix passiert!!!!

Oder vom Umgang von Kindern mit fremden Hunden

Längst ist Willi mit seinem Opa wieder daheim. Keiner von beiden ahnte, wie erleichtert ich war. Und das keinesfalls, weil sie wieder abfahren. Nein, ich bin glücklich, dass zwischen dem Jungen und den drei Hunden hier alles so gut und entspannt gelaufen ist.

„Ist ja nix passiert!!!!“ weiterlesen

Unterwegs im Wolfsland

Mit Hundefreunden auf Tour in der östlichen Oberlausitz

Ja – hier bei uns entstand sie seinerzeit. Die erste Wolfspopulation in Deutschland. Der riesige Truppenübungsplatz Oberlausitz und die vielen Bergbaufolgelandschaften nach der Braunkohle boten ihnen die gute Bedingungen. Mit Hundefreundinnen und unseren vier halbhohen Wuffs waren wir neulich – ohne Angst vor dem bösen Isegrim in unserem Wolfsland unterwegs.

Wachtelhündin Kira erobert gerade den Holzwolf im Informationszentrum Rietschen.

Zuerst einmal ein kurzer Stopp im Erlichthof Rietschen. Hier kann man in der Wolfsscheune die Kacke der Wölfe sowie ihre ausgestopften Beutetiere ansehen und ihrem Geheul und Gewinsel zuhören. Birgit setzte ihren Freddy extra vor der Tür ab, aber dem 7-jährigen Rüden waren die aus Lautsprechern tönenden Diskussionen seiner Urahnen so was von egal.

Ausblick im Findlingspark Nochten auf einem der “Steinberge”. Genau dort ist am Rande der Braunkohletagebaue ringsum und zwischen Panzerübungsstrecken Wolfsgebiet. Aber dieser Park ist auch eine ganz tolle Sehenswürdigkeit.

Ja, und dann gibt es hier noch: weite Fichtenwälder zwischen Niesky und Weißwasser. Geflutete Tagebaulöcher zwischen Zittau und Boxberg. Viele Radwege und hundefreundliche Urlaubsquartiere wie u.a. die Feriendörfer am Quitzdorfer Stausee. Wir haben als Hundeleute jedenfalls keine Angst, im ersten und wahrscheinlich bis heute größtem Wolfsgebiet Deutschlands mit Cockern, Wachtelhunden und & unterwegs zu sein.

Ein Kaolinsee im Feriendorf Finnhütte bei Niesky. Die Schönen und Reichen zahlen in ihren Wellnesshotels viel Geld für solche hautfreundliche Wässerchen.