Die Weihnachtskatze

. . . oder warum sich Oma an manche Festtage besonders erinnert

In meinen Kindertagen waren die Winter noch kalt und schneereich. Trotzdem sind wir an Heiligabend warm eingemummelt zwischen Mittagessen und Dunkelheit immer draußen gewesen. Bei den Bescherungsvorbereitungen in der Stube wollten die Eltern nämlich ungestört von kleinen Schlüssellochspionen und „ich muss aufs Klo-Quenglern“ bleiben. Wir sind dann an die Rodelhänge hinter dem Neustrelitzer Schlosspark oder am zum Eislaufen freigegebenen Gladecker See gestiefelt. Dabei liefen uns mehrfach arme Seelen vor die Füße, auf die – anders als für uns – keine warme Stube mit guten Gaben und ein festlicher Schmaus wartete. Unter anderem sammelten wir über die Jahre vor der eigenen Bescherung eine verletzte Taube und einen Igel, aber auch zwei Katzen ein. Und schleppten sie für rettende Pflege nach Hause.

Eine diesjährige struppige Weihnachtskatze fanden Darja und ich auf einer Wiese. Aber hab die – anders als vor 55 Jahren – nicht eingesammelt und ins Haus geholt. Aber Darja musste zusehen, wie all ihre Leckerchen fremdverteilt wurden.
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Unsere Mieze auf den letzten Metern

Wer alte Tiere hat, muss rechtzeitig an deren Ende denken

Jeden Morgen schreit die stocktaube und uralte Miez kurz nach 6 Uhr laut im oberen Flur herum. Nach Futter oder nach uns. Dann freue ich mich. Sie lebt also noch. Und das, obwohl sie schon an die oder gar über 20 Jahre alt ist. Kismet ist nur noch ein Schatten jener Katze, die bereits die Vorvorgänger der jetzigen Hunde durchs Dorf begleitete.

Ihr Fell glänzt nicht mehr und sie ist nur noch ein Leichtgewicht, das nicht mehr aus dem Haus gehen mag.
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