Wo einst Vollbluthengst Carolus herrschte . . .

. . . oder Omas Kurztripp in das Gestüt Lehn und eigene Vergangenheit

Auch in der DDR drehten sich viele Mädchenträume um schwarze oder weiße Hengste. Traumpferde, auf deren Rücken man all den widrigen Ebenen des Alltages einfach davon galoppieren kann. Es gab zwar hierzulande keine bunten “Wendy”-Zeitschriften, aber doch noch paar Bauern mit Pferden und sogar gute Gestüte. Eines davon – das Gestüt Lehn – befand sich in der sächsischen Oberlausitz – zwischen Löbau und Bautzen. Dort wurden bis 1990 Rennpferde gezüchtet. Vollblütige Sensibelchen. Und in den 60er und 70ern residierte dort der Rappe Carolus als berühmter Vererber. Umgeben von einigen Dutzend Stuten, seinen Nachkommen und ganz vielen jungen Mädchen, die ihren Traum vom Traumpferd leben wollten. Genau dort habe ich träumend von Traumpferden mein erstes Berufsjahr verbracht.

Die am Zügel der Stute bin ich. Hab die besuchende Mutter damals eigens für ein Foto auf eine Stute gehievt.

Dieses Jahr in Lehn, es bestand aus viel Arbeit. Um die 50 Stuten, dazu deren ein und zwei Jahre alten Nachkommen und einige Hengst wollten versorgt sein. Die Pferde hausten in Gitterboxen. Wir Mädels (zu zweit) unter dem Dach in einstigen Dienstbotenkammern des einstigen Herrenhauses. Eine vollbusige und warmherzige aus Ostpreußischen stammende Köchin versorgte uns Mädels. Früh, mittags und abends. Sie hat uns außerdem beraten, getröstet und zuweilen ausgeschimpft. Die wenigen dauerhaft Angestellten des Gestütes wie der von uns allen gefürchtete Hengstwärter, die lebten in den Dienstwohnungen gegenüber. Im Herrenhaus – erste Etage ( unter uns) residierte und wohnte nur noch Tierarzt Dr. Pietschmann. Der war eine Legende in der Oberlausitz und für Pferde. Im Winter 1969/70 ( als wir in Lehn eingeschneit und abgeschnitten waren) da hat der Pferdedoktor ein Mädchen aus dem Ort mit Veterinärmedis gegen Lungenentzündung behandelt. Erfolgreich.

Das war mal der der Park- und Hauptzugang des Herrenhauses. Schlimm, wenn es so endet.

Satte 52 Jahre nach meinem Pferde-Mädels-Jahr in Lehn bin ich dorthin jüngst nochmal kurz, ganz spontan und nach rechts weg von der B 6 schlenkernd von der Piste abgebogen. Einfach so? Nee- ich wollte meiner Frau Nachbarin mal eigene meine Jugendjahre zeigen. Und meine allererste Arbeitsstelle selbst noch einmal zu sehen.

So traurig sieht das Areal in Lehn jetzt aus. Die Dächer zusammengebrochen. , Und die grad dort stehenden Pferde sehen auch nicht toll aus.

Nein, ich will hier keine Steine auf die neuen holländischen Besitzer werfen.. Aber der Hengst Carolus würde wohl aus dem Grab aufstehen, wenn er sehen würde, was aus dem Gestüt Lehn geworden ist.

Der kranke Hund und mein Handy . . .

. . . oder wie Omas Cocker selbst mit Bauchweh mein verlorenes Telefon findet

Meinem Hundchen geht es seit vier Uhr schlecht. Darja spuckt. Aller Stunden quittegelben Schaum. Da gibt es für das Omafrauchen nur eine Richtung: den Tierarzt. Auf dem Weg dahin aber noch ne kurze Gassipause in der ländlichen Pampa. Schließlich wollen Tierärzte auch wissen, was hinten so rauskommt. Neben der aktuellen Kotzerei könnte ja noch was anderen diagnostisch hilfreich sein. Verhalten, Veränderungen und so. Anamese heißt. wozu sich gute Menschen- und gute Tierärzte Zeit nehmen. Da es dem Cockerchen nicht erst seit vier Uhr früh, sondern schon länger schlecht geht, es nächtens schmatzt, schleckt und schluckt, hatte ich vorsorglich und vorsichtshalber schon mal die ersten zwei Kackproben gesammelt.

Krankes Hundchen. Da fragt natürlich Frauchen Doktor google, aber dann besser noch nen richtigen Tierarzt.

Am Notfallmorgen dann die dritte wurmklärerisch notwendige Probe ins Becherchen verfrachtet. Um dann bei der tierärztlichen Nachfrage nach der telefonischen Ergebnisübermittlung festzustellen: das Handy ist weg. Findet sich weder im Rucksack noch im Auto. Also hab ich es wieder mal verloren. Aber wo? Kann ja nur vorhin auf der großen Wiese beim Bücken passiert sein, auf der wir vor dem TA-Besuch kreuz und quer umher gehirscht sind, um auf Hundekacke zu warten. Aber: Sehr hoch und ziemlich uneinsehbar sind Ende Juli überall Wiesen und Wegränder. Wie soll man wissen, um welche Grashalme genau man vor zwei Stunden gestiefelt ist und wo man sich gebückt hat? Ich wusste es jedenfalls nicht mehr.

Aber es gibt ja mein Cockerchen Darja – die als gefördertes und talentiertes Supernäschen in guten Zeiten versteckte Gegenstände, von Versteckspielen begeisterte Kinder, aber auch die beim Pilzesuchen im Wald ernstlich verlorene Nachbarin aufspüren kann. Und dieses Hundchen hat – obwohl schmerzgeplagt und vom TA gedopt – mein Handy tatsächlich im hohen Gras gefunden.

Mein tolles Mäuschen Darja. Es hat sich gelohnt, dir viele gute Dinge beizubringen. Die Euros für den Tierarzt hast du schon durch das Auffinden des Handys wieder reingeholt.

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Oma feiert anders . . .

. . . oder von kleiner Teichparty mit Hunden und Freunden

Eine grüne Oase, liebevoll gepflegt. Wer den Verein bei der Pflege unterstützen möchte, findet am Bungalow alle Daten.

Nein, so eine mit Damast bedeckte Tafel mit feinstem Porzellan drauf und festlicher Dress für die gratulierenden Leute – das ist mir nix. Das passt einfach nicht zu mir. Auch nicht bei Jubiläen. Also entstand beim Nachbarschaftskaffee mit Elke die Idee vom kleinen Picknick am Schlegeler Teich. Diese kleine und inzwischen wieder von den Teichfreunden so fein gepflegte grüne Oase zwischen vier Oberlausitzer Dörfern, sie gehört ganzjährig zu meinen Lieblingsmorgenrunden mit dem Cockerchen Darja.

Und so haben sich ein Dutzend Vierbeiner mit ihren Dosenöffnern und meine Nachbarin als Johanna-Hüterin an einem arschkalten Maitag am Teich eingefunden.

Und weil die meisten Hundeleute ihre Wuffs immer und überall dabei haben möchten und erst dann wirklich glücklich sind, habe ich die “kleinen Harlekine”, Jacko, Paulchen, Krümel, Freddy usw. samt ihren Dosenöffnern zum Imbiss rund um den Teich geladen. Wegen Schlechtwetter gehörte das Gelände auch uns ganz allein. Und so konnten alle Hunde (zwischen vier Monaten und 14 Jahren alt) also frei laufen. Sie lernten neue Kumpels kennen, ohne dass ihre Frauchen sich groß ängstigten. Und für jedes Scheißhäufchen gab es rings um den Teich die Abfallbehälter.

Und hier gab es dann für uns Menschen bei der Heike vom Kiosk “Teichrose” den Badimbiss und Erdbeerbowle.

Alles in allem ein Nachmittag, der zu mir passte. Der mir und hoffentlich auch den outdoor-Gästen in guter Erinnerung bleiben wird. Zumindest haben sich bei 12 Grad Celsius mit lauter Schauern weder Zwei- noch Vierbeiner was weg geholt.

Monjas Torte fand ebenfalls begeisterte Koster. Ach ja – und den vielen Wein – den werden wir bei den nächsten Hundedienstagen so nach und nach verkosten.

Das mache ich doch mit links . . .

. . .dachte die Oma und kniete auf dem Küchenboden

Ein Dauerregentag in der sonst so schönen Oberlausitz. Das Cockerchen steht in der Haustür und will nicht mal mit Mäntelchen bei so einem Hundewetter raus. Ich auch nicht. Was also außer Lesen oder blöder Hausarbeit tun? Beim Nachbarschaftskaffee trug ich der Elke von nebenan den Plan vor: Man könnte doch den tief durchgelatschten Bodenbelag in der Küche mal wechseln. Das fand meine 75-jährige Lieblingsnachbarin toll. “Zack, zack, ist das doch in der winzigen Bude mit dem Cattermesser raus geschnitten”. Es sah auch – so wie sie mir das erklärte – total einfach aus. Nur ist sie eben handwerklich taff, während ich vier linke Hände und beim Handwerkeln nie wirklich einen Plan habe.

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Der Hund auf dem Sessel . .

. . . oder warum die Oma plötzlich kleinlaut ist

Neulich habe ich mich – von den Kreuzschmerzen abgesehen – mal wieder so richtig obenauf gefühlt. Da marschierten Hundeleute am Fenster vorbei. Und einer der Vierbeiner zog wie wild an seinem Softgeschirr und renkte seiner “Führerin” schier den Arm aus. Ich schlürfte als Zuschauer am Frühstückstisch milde lächelnd weiter meinen Kaffee und nahm mir vor, diesen Blog mal wieder mit klugen Sätzen über Hundeerziehung zu füttern. Dirigiere ich doch seit sieben Jahren einen wunderschönen Vorzeigecocker durch die heimische Landschaft.

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