Ein Häuschen zum Träumen

Entdeckt auf dem Neißeweg zwischen Zittau und Hartau

Jeder Mensch hängt heimlichen Träume nach. Ich hab immer vom Wohnen in einer Art kleinem ökologischen Hexenhäuschen geträumt. Einfach, im Grünen, mit Tieren und umgeben von Kräutern und Beeren. Dazu braucht man aber u.a. handwerkliches Geschick und einen gediegenen Kontostand. Aber träumen kostet ja nichts.

So sah dieses kleine Gartenhäuschen vor einem Jahr aus. Zu sehen ist es hinter einem besonderen Staketenzaun am Wegesrand des Rad- und Fußweges zwischen Hartau und dem Grenzübergang Friedensstraße.

Irgendwann hab ich auf dieser Piste dann mal den Erbauer und dessen netten Hund Bruno kennen gelernt. Und weiß jetzt: dieses Häuschen ist nur eine kleine Spielerei zwischen all seinen existentiellen Arbeitsaufträgen als Holzgestalter. Die meist weit auswärts laufen. Dort, wo die Leute nicht nur mehr Geld verdienen, sondern auch mehr Geld für Öko-Holzhäuser, eine Hanfdämmung und so weiter ausgeben. Seither gucke ich aller paar Wochen mal, wie es nun weiter geht mit seinem kleinen Hexenhäusen.

Im Juni ging es weiter mit dem Bau.

Schaut mal nach oben: das bewachsene grüne Dach ersetzt teure Dämmung. Oder kurz nach unten. Der Unterboden des Häusles befindet sich gut zwanzig Zentimeter über der Erde. Ach ja! So etwas, das wäre mein Traumhaus. Müsste nur noch bissl Platz für meine Bücher geben. Oder nebenan noch eine überdachte sibirische Sommerküche.

Da ist man mal zwei Wochen nicht vorbei gelaufen – und schon ist der Lehm dran.

Ich glaube, dass wir Menschen und die Menschenkinder in solchen Häusern glücklicher leben könnten, als in jenen moderenen Techno-Bauten, um die kein Grashalm wächst und in denen man nicht mal lüften darf. Auch Häuser haben nämlich so etwas wie eine Seele. Sie sind wie ein Organismus mit Mode- und Alterserscheinungen.